• vom 12.01.2016, 17:48 Uhr

Stadtpolitik

Update: 13.01.2016, 12:53 Uhr

Bahnhöfe

Die Angst im Nacken




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Von Arian Faal

  • Bahnhöfe als unsichere Knotenpunkte - nach mehreren aggressiven Attacken soll ein rasches Krisenmanagement her.

Immer mehr Wiener fühlen sich unsicher auf den Bahnhöfen.

Immer mehr Wiener fühlen sich unsicher auf den Bahnhöfen.© Jenis Immer mehr Wiener fühlen sich unsicher auf den Bahnhöfen.© Jenis

Wien. "Ich kann als Frau nicht mehr am Abend allein auf den Bahnhof gehen. Egal, ob es sich um den Hauptbahnhof, den Westbahnhof oder den Bahnhof Praterstern handelt. Die Angst sitzt mir im Nacken und es herrscht ein mulmiges Gefühl, wenn lauter dubiose Gestalten umherirren und die Leute belästigen", sagt Elisabeth K.

Sie ist nicht die Einzige, die sich in diesen Tagen unwohl fühlt. Denn nicht nur Fahrgäste sind an den Bahnhöfen anzutreffen. Oftmals treiben sich auch ominöse Gestalten in den Hallen herum. Die "Wiener Zeitung" hat sich am Dienstag am Hauptbahnhof und am Südtiroler Platz umgesehen und mit den Verantwortlichen gesprochen.

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Nachdem ein 40-jähriger Fahrer der Flughafenbusse beim Busbahnhof Südtiroler Platz kürzlich überfallen, attackiert und verletzt worden war, wird es am morgigen Donnerstag laut dem stellvertretenden Bezirkschef von Favoriten, Josef Kaindl (SPÖ), eine Sitzung zum Thema geben. Mit dabei sein werden die ÖBB, die Wiener Linien, die sich um die Problematik auf Bahnhöfen kümmernde Organisation SAM, die Polizei und die Bezirke Landstraße, Wieden und Favoriten.

"Ich nehme die Ängste und Sorgen der Bürger sehr ernst und ich garantiere Ihnen, dass wir die aktuellen Ängste sicherlich thematisieren werden. Es sollen sich alle wohl und sicher fühlen", erklärt Kaindl am Dienstag. Betonen will er aber, dass es bisher keine Beschwerden gebe. Überhaupt sei er erstaunt, dass sich Leute unwohl fühlen, denn es gebe genug ÖBB-Security, Polizei und SAM-Personal auf dem Areal. Jedenfalls will sich Kaindl die Sache "genau ansehen". SAM steht im Übrigen für "sicher, sozial, aktiv und mobil". Diese Initiative der Stadt Wien soll nach jahrelangen Anrainerbeschwerden am und rund um Bahnhöfen für Ordnung und Harmonie sorgen.

In dieselbe Kerbe schlägt auch der Bezirksvorsteher des 4. Bezirks, Leopold Plasch (SPÖ). "Wir haben es budgettechnisch schon eingeplant, dass SAM uns unterstützen wird. Wir werden reagieren, bevor es zu einer problematischen Situation kommt", erklärt er. Außerdem sei er der Ansicht, dass man die Ängste und Gefühle der Menschen nicht wegschieben dürfe. Er sei sich nach den Attacken auf Postbusfahrer der Problematik bewusst.

"Wir werden sehr eng mit den Nachbarbezirken zusammenarbeiten. Hier geht es auch nicht darum, ob der 4. oder der 10. Bezirk zuständig ist", ergänzt er. Hier würden alle an einem Strang ziehen. Auch werde das Thema, ob das Areal am Südtiroler Platz und am Hauptbahnhof ausreichend beleuchtet sei, zu erörtern sein. Sicherheit habe verschiedene Faktoren. Wichtig sei, dass Polizeipräsenz nicht mit Polizeigewalt gleich zu setzen sei.

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Dokument erstellt am 2016-01-12 17:53:04
Letzte ─nderung am 2016-01-13 12:53:04



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