• vom 20.01.2016, 17:31 Uhr

Stadtpolitik


Spitalskonzept 2030

Schwere Erreichbarkeit als gewollte Besucherbremse




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Von Mathias Ziegler

  • Ab 2030 gibt es nur noch sieben KAV-Spitäler, nur zwei liegen direkt an der U-Bahn. Wäre die Abstimmung zwischen Ambulanzen und Fachärzten besser, wäre Abgelegenheit sogar positiv.



Wien. Sieben von elf Spitälern im Krankenanstaltenverbund (KAV) bleiben laut Masterplan 2030 übrig, wie die "Wiener Zeitung" bereits berichtet hat. Abgesehen von der immer wieder geäußerten Kritik an zum Teil veralteter Pavillon-Architektur fällt auch die Prognose, was die Erreichbarkeit mit den Öffis betrifft, durchwachsen aus. Das AKH liegt schon seit den 1980er Jahren direkt an der U6 und soll ab Mitte der 2020er auch noch an die geplante U5 angebunden werden. Und seit 2008 muss man quasi nur einmal umfallen, um von der U2-Station ins Donauspital (SMZ Ost) zu kommen.

Die Anbindung der anderen vier bestehenden Krankenhäuser ans höherrangige öffentliche Verkehrsnetz ist hingegen suboptimal oder gar nicht vorhanden: Zum Wilhelminenspital ist es laut Fahrplanauskunft der Wiener Linien von der U3 immer noch eine Viertelstunde zu Fuß, und selbst von der nähesten Straßenbahnstation sind es ein paar Minuten. Zur Rudolfstiftung geht man von der S-Bahn eine Viertelstunde oder braucht noch einen Bus.

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Das Krankenhaus Hietzing ist überhaupt fern jeder U-Bahn und von der S-Bahn aus nur via Straßenbahn sinnvoll zu erreichen. Auch das Kaiser-Franz-Josef-Spital (SMZ Süd) ist derzeit eher abgelegen. Zwar ist eine weitere Verlängerung der U2 über den Matzleinsdorfer Platz hinaus geplant, laut den aktuellen Plänen dürfte aber keine direkte Anbindung des SMZ Süd vorgesehen sein.

Das noch in Bau befindliche Krankenhaus Nord (KH Nord), das 2017 in Betrieb gehen soll, liegt ebenfalls an keiner U-Bahn, zumindest aber direkt an der Schnellbahn - wenn auch eine Station nördlich von Floridsdorf, also außerhalb der sogenannten Stammstrecke, auf der die Intervalle dichter sind. Immerhin erneuern die ÖBB die S3-Station Brünner Straße beim künftigen KH Nord. "Und sie wird einen Zugang direkt zum Spital haben, außerdem sollen die Schnellbahn-Intervalle verkürzt werden", erklärt KAV-Sprecherin Nina Kauer.

2030 dürften also nur drei der sieben verbleibenden KAV-Spitäler direkt an der U-Bahn oder Schnellbahn liegen. "Vom Gerechtigkeitsaspekt her ist das eigentlich kein Problem. Wenn Sie in Mistelbach wohnen, haben Sie ja auch keine U-Bahn zum nächsten Spital", meint der Gesundheitsökonom Ernest G. Pichlbauer im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Von der Versorgungswissenschaft her wäre es problematisch, wenn nur ein Krankenhaus öffentlicht leicht erreichbar wäre, wie es bis zur U2-Verlängerung zum Donauspital in Wien jahrzehntelang nur das AKH war.

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Dokument erstellt am 2016-01-20 17:35:08