• vom 19.09.2016, 17:52 Uhr

Stadtpolitik


Leopoldstadt

Verluste für Häupl "katastrophal"




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  • Bürgermeister: "Mobilisierung unserer Wähler ist das größte Problem." Bezirkspersonalia noch offen.



Wien. Das SPÖ-Debakel bei der Wiederholung der Bezirksvertretungswahl in der Leopoldstadt und den damit einhergehenden Verlust des Vorsteherpostens an die Grünen hält Bürgermeister und Landesparteichef Michael Häupl für "katastrophal". Er begründet die enormen Stimmenverluste einmal mehr mit Mobilisierungsproblemen. Anfechten wollen die Roten die Wahl nicht, sagte Häupl am Montag vor Journalisten.

Das Ergebnis sei für die SPÖ "extrem traurig", aber "zur Kenntnis zu nehmen, so wie es ist", meinte der Bürgermeister am Nachmittag - und damit noch vor Beendigung der Briefstimmenauszählung. Wobei auch die Wahlkarten an der Machtübernahme der Grünen im 2. Bezirk nichts mehr ändern werden. "Die Mobilisierung unserer Wähler ist das größte Problem", analysierte Häupl nicht zum ersten Mal.

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Stammklientel auf
"Kerngröße" geschrumpft

Eine Lösung hatte der Stadtchef nicht parat: "Wenn ich Ihnen ein komplett schlüssiges Konzept hier und jetzt vorlegen könnte, dann wäre ich eine Mischung aus Hellseher und politischem Wunderrabbi. Beides bin ich nicht. Also werden wir darüber nachdenken müssen, wie wir mit solchen Situationen umgehen." Er räumte ein, dass die rote Stammklientel auf eine "Kerngröße" geschrumpft sei, sagte Häupl mit Verweis auf das schlechte Abschneiden von SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer beim ersten Durchgang der Bundespräsidentenwahl im Mai 2015: "Um den Rest muss man kämpfen."

Dafür sind offenbar emotionalere und polarisierende Wahlkämpfe nötig, meinte der SPÖ-Landesparteichef im Hinblick auf die erfolgreiche Duell-Inszenierung der Grünen gegen die FPÖ - bei der es eigentlich um Platz zwei ging. Wobei die generell niedrige Wahlbeteiligung bei der Reprise eigentlich "die größte Katastrophe" sei. Eine emotionalere und polarisierendere Themensetzung ist auch für SPÖ-Landesparteisekretärin Sybille Straubinger die Lehre aus dieser Wahl: "Schade, dass man mit Arbeit allein nicht mehr durchkommt."

Wie es nun personell bei den Roten im 2. Bezirk weitergeht, werde in der Bezirkspartei "in den nächsten zwei Tagen" entschieden. Dabei geht es auch um die Frage, ob der glücklose Bezirksvorsteher Karlheinz Hora für den der SPÖ zustehenden Stellvertreterposten in Frage kommt. Er werde sich hier nicht einmischen, so Häupl. Den Rücktritt von SPÖ-Bezirksparteiobfrau Sonja Wehsely, die als Gesundheitsstadträtin gerade erneut einen Konflikt mit den Spitalsärzten am Hals hat, habe intern niemand gefordert, versicherte er auf Nachfrage.

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Dokument erstellt am 2016-09-19 17:56:09