• vom 18.10.2016, 19:14 Uhr

Stadtpolitik

Update: 27.10.2016, 09:59 Uhr

Verwaltungsreform

Neue Bezirke für Wien




  • Artikel
  • Kommentare (5)
  • Lesenswert (10)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Alexander U. Mathé

  • Im Rahmen der Verwaltungsreform denkt Bürgermeister Michael Häupl über Teilungen und Zusammenlegungen nach.

Einwohner in Bezirken Wiens.

Einwohner in Bezirken Wiens.© WZ-Grafik Einwohner in Bezirken Wiens.© WZ-Grafik

Wien. Die Verwaltung der Stadt Wien wird generalüberholt und das könnte auch eine Neuaufstellung der Gemeindebezirke bringen. "Wir wollen über alle Strukturen der Stadt völlig vorbehaltlos nachdenken", sagte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) am Dienstag bei einem Pressegespräch. Dazu gehört für ihn auch die Frage: "23 Bezirke - ist das in Stein gemeißelt oder nicht?"

Möglich sei eine Zusammenlegung von kleinen Innenstadtbezirken; immerhin haben die transdanubischen Flächenbezirke im Vergleich ein Vielfaches an Einwohnern. Umgekehrt ist es auch denkbar, die großen Bezirke wie Floridsdorf, Donaustadt und Liesing weiter zu unterteilen. "Der 21. und 22. Bezirk haben zusammen mehr Einwohner als Graz, das in 17 Bezirke eingeteilt ist", sagte Häupl. Allerdings will man in Wien Fehler wie in der Steiermark vermeiden, wo Gemeindezusammenlegungen zu Unmut in der Bevölkerung geführt haben.

Werbung

"Natürlich ist das ein schwieriger Prozess, wir werden das diskutieren und nicht verordnen", so Häupl. In dasselbe Horn blies Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne). "Wir gehen nicht a priori mit einer Agenda rein wie in der Steiermark."

Zentrales Thema der Verwaltungsreform ist laut Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) jedoch die "Entbürokratisierung". Bewilligungen sollen künftig einfacher und schneller ablaufen. Hier sieht die Stadt ein Einsparungspotenzial für 2017 in Höhe von 23 Millionen Euro. "Wir wollen Parallelstrukturen auflösen und Synergien nutzen", sagte Vizebürgermeisterin Vassilakou. Konkret davon betroffen ist laut Brauner beispielsweise der Bereich Internationales. Ebenso soll das Konservatorium Wien an die Wien Holding übertragen und städtische Hotlines zusammengeführt werden.

77,2 Millionen Euro
sollen eingespart werden

Durch eine Aufgabenoptimierung sollen 77,2 Millionen Euro eingespart werden. Hier sollen beispielsweise Dienststellen in kostengünstigere Gebäude verlegt werden. Bezirksgesundheitsämter werden wohl zusammengelegt und auch an der Wirtschaftsförderung wird geschraubt. Allerdings sollen die Förderungen grundsätzlich unangetastet bleiben und lediglich die Förderstellen zusammengelegt werden. Die beiden Bereiche zusammen machen unterm Strich ein Sparpotenzial in Höhe von 100 Millionen Euro aus. Dazu kommen Kürzungen im Personalbereich, die jedoch nicht näher ausgeführt wurden. Betroffen von der Reform "ist alles von Magistratsstrukturen über Wiener Holding bis KAV", erklärte Häupl. Es gehe auch darum, "eine transparente Stadtverwaltung" zu schaffen, so Vassilakou.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




5 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-10-18 18:41:05
Letzte nderung am 2016-10-27 09:59:42



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Sie werden nicht klüger und nicht fleißiger"
  2. Anzeige gegen islamische Privatschule in Wien
  3. Wien ist Teil des dynamischsten Dutzends
  4. Ein Zug wird kommen
  5. Gesucht und noch nicht gefunden
Meistkommentiert
  1. Anzeige gegen islamische Privatschule in Wien
  2. Mit Funkgerät und Pfefferspray
  3. 3,5 Milliarden Euro für Infrastruktur
  4. Ein Königreich für ein Ziesel
  5. "Es gibt keinen Gesetzesentwurf"

Werbung



Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Werbung


Transition Base

Smartes Wagenvolk

Wohnraum muss nicht viel kosten: Der alte Zirkuswagen soll für kreative Zwecke genutzt werden. - © Puiu Wien. Über die Felder der im Nordosten Wiens liegenden Seestadt fegt ein eisiger Wind. Direkt neben der Satellitenstadt... weiter




Stadtentwicklung

Breitenseer Mauerfall

20161115Wien1 - © Driendl Architects Wien. Die Ziegelmauer ist wie ein Bollwerk. Auf einer Länge von einem halben Kilometer trennt sie den Stadtteil Breitensee vom übrigen Bezirk Penzing... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter





Innere Stadt

Noch kein Fort Knox

Älteste Kirche von Wien, die Ruprechtskirche, Schwedenplatz, Kohlmarkt, Dirndln auf der Kärntner Straße, Vivienne-Westwood-Shop in der Tuchlauben v.l.n.r. - © Ina Weber Wien. Ist man kein Anzugträger und wohnt dennoch im 1. Bezirk, kommt die Antwort auf die Frage nach dem Wohnort fast einem Geständnis gleich... weiter






Werbung