• vom 30.01.2017, 21:01 Uhr

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Von Christian Rösner

  • Viel Arbeit wartet auf die neue Gesundheitsstadträtin. Aber zuerst will sie einmal mit allen reden.

Ein steiler Weg steht Sandra Frauenberger bevor - vor allem, was den Wiener Krankenanstaltenverbund betrifft. - © apa/Hochmuth

Ein steiler Weg steht Sandra Frauenberger bevor - vor allem, was den Wiener Krankenanstaltenverbund betrifft. © apa/Hochmuth

Wien. (rös) Sandra Frauenberger hat am Montag ihre erste Pressekonferenz in der neuen Funktion als Gesundheits-, Sozial- und Frauenstadträtin gegeben und über ihre Vorhaben informiert. Großen Respekt zollte sie an ihrem zweiten Arbeitstag ihrer neuen Aufgabe - und das zu Recht; hat doch ihre Vorgängerin Sonja Wehsely vor allem im Krankenanstaltenbereich große Baustellen hinterlassen: In einem noch immer nicht veröffentlichten Rechnungshofbericht werden vor allem hohe Gehälter und ein schlechtes Management im Krankenanstaltenverbund (KAV) kritisiert - die "Wiener Zeitung" hat berichtet.

Vom 42 Ziele umfassenden Strategieplan sei kaum etwas umgesetzt worden, es gebe keine Prozesskoordination, fast 50 Millionen Euro sollen zwischen 2012 und 2015 für externe Berater ausgegeben worden sein, unzureichendes Controlling soll die Kosten in die Höhe getrieben haben, auch fehle es laut dem Bericht an einem umfassenden schriftlichen Konzept zur Organisationsentwicklung. Immer wieder in der Kritik war das Krankenhaus Nord (KH-Nord), wo man enorme Zeitverzögerungen beklagt und vor allem eine Kostenexplosion. Es heißt, die Opposition forciert in diesem Zusammenhang die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, dem sich dann auch Sonja Wehsely nicht entziehen wird können - trotz ihres Wechsels zu Siemens.

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Erst vor kurzem wurden vom Stadtrechungshof lange Wartezeiten auf Strahlentherapie in KAV-Spitälern aufgrund mangelnder Geräteanzahl beanstandet sowie auch Misswirtschaft beim Umbau des Otto Wagner-Spitals. Weiters hat die im Raum stehende Ausgliederung des KAV bei den Bediensteten große Verunsicherung ausgelöst und die Gewerkschaft auf den Plan gerufen.

Langweilig wird Sandra Frauenberger also nicht werden. Was den KAV betrifft, kündigte sie eine "Tour durch die Spitäler an, um mit Medizinern, Pflegepersonal, Personalvertretung und Verwaltung zu sprechen. "Die größte und wichtigste Aufgabe wird hier sein, den Dialog zu suchen und vertrauensfördernd zu wirken", betonte Frauenberger. In Sachen KH-Nord wolle sie den Rechnungshofbericht abwarten - "das wird die Grundlage unserer weiteren Arbeit sein", meinte sie.

"Studie nur eine Matrix"
Dass die geplante Neustrukturierung des KAV für Verunsicherung sorgt, sei für die neue Gesundheitsstadträtin nachvollziehbar. Auch hier kündigte Frauenberger an, im Zuge der Veränderungen die Menschen mitnehmen und beteiligen zu wollen - "getragen von Respekt und Wertschätzung", wie sie betonte. Als Grundlage für eine Strukturveränderung nannte sie einmal mehr eine von Experten ausgearbeitete Studie, die allerdings nur eine "Matrix", aber noch keine konkrete Entscheidungsgrundlage darstelle, weswegen Frauenberger auch noch einmal ein Gespräch mit den Studienautoren suchen wolle.

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Dokument erstellt am 2017-01-30 17:38:04



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