• vom 20.03.2017, 10:07 Uhr

Stadtpolitik

Update: 20.03.2017, 11:23 Uhr

Wiener Krankenanstaltenverbund

Generaldirektor Udo Janßen geht




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Von WZ Online/APA

  • Frauenberger: "Vertrauen ist verloren gegangen"

Janßen ist wegen Verzögerungen und Kostensteigerungen beim im Bau befindlichen Krankenhaus Wien-Nord in die Kritik geraten. - © APAweb/HANS PUNZ

Janßen ist wegen Verzögerungen und Kostensteigerungen beim im Bau befindlichen Krankenhaus Wien-Nord in die Kritik geraten. © APAweb/HANS PUNZ

Wien. Die Stadt Wien hat sich vom Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), Udo Janßen, getrennt. Janßen verlasse mit dem heutigen Tag den KAV, teilte Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Montag mit. Die interimistische Leitung übernehmen seine beiden bisherigen Stellvertreter Thomas Balazs und Evelyn Kölldorfer-Leitgeb.

Die Position des Generaldirektors wird ausgeschrieben, sobald die künftige Organisationsform des Krankenanstaltenverbunds feststeht, sagte Frauenberger. Die ärztlichen Agenden in der Generaldirektion des KAV wird Michael Binder, Leiter des Health Caremanagements im KAV, in dieser Zeit übernehmen.

Verzögerungen beim Bau des Krankenhauses Wien-Nord

Janßen hatte sein Amt im November 2014 angetreten. Er war unter anderem wegen Verzögerungen bzw. kolportierten Kostensteigerungen beim im Bau befindlichen Krankenhaus Wien-Nord in die Kritik geraten. Auseinandersetzungen gab es auch mit der Ärzteschaft, deren Proteste gegen neue Dienstzeitmodelle im Vorjahr in einem Warnstreik gipfelten.

Frauenberger: "Vertrauen ist verloren gegangen"

Als Grund für die Trennung von KAV-Direktor Janßen nannte Frauenberger fehlendes Vertrauen. Der KAV befinde sich an einem entscheidenden Punkt, da das Spitalskonzept 2030 nun umgesetzt werde. "In dieser sensiblen Phase ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Führung, das Management bzw. das Personal in den Häusern und die politischen Entscheidungsträger an einem Strang ziehen", sagte sie.

"Dafür braucht es gegenseitiges Vertrauen und dieses Vertrauen ist verloren gegangen", sagte Frauenberger im Rahmen der Pressekonferenz, bei der auch die interimistischen Leiter Balazs, Kölldorfer-Leitgeb und Binder anwesend waren. Janßen sei ab sofort vom Dienst freigestellt, nun gehe es darum, die Auflösung des Vertrags, der noch bis 2019 gelaufen wäre, zu verhandeln.

Über offene Ansprüche von Janßen könne sie daher zu diesem Zeitpunkt nichts sagen, so Frauenberger. Die Vorgangsweise sei selbstverständlich in Übereinstimmung mit Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) getroffen worden, versicherte sie.

Janßen wurde Montagfrüh, kurz nachdem die Entscheidung gefallen war, in einem persönlichen Gespräch informiert, erklärte ein Sprecher der Stadträtin. Sein Nachfolger wird erst ausgeschrieben, wenn die neue Organisationsform des KAV feststeht. Über diese werde man "bald entscheiden", genaue Zeitangaben könne er keine machen, sagte der Sprecher.

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Dokument erstellt am 2017-03-20 10:08:39
Letzte ─nderung am 2017-03-20 11:23:17



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