• vom 24.03.2017, 19:31 Uhr

Stadtpolitik


SPÖ-Klubklausur

SPÖ setzt auf Musik




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  • Standing Ovations für Bundeskanzler Christian Kern, die Ankündigung von Straßenmusikern in U-Bahn-Stationen für mehr Sicherheitsgefühl und eine engere Zusammenarbeit von Wien Museum und Musa gab es bei der SPÖ-Klubklausur.

Mehr Musik in U-Bahn-Stationen kündigt Öffi-Stadträtin Ulli Sima an.

Mehr Musik in U-Bahn-Stationen kündigt Öffi-Stadträtin Ulli Sima an.© Rodrigo Abd/ap/picturedesk.com Mehr Musik in U-Bahn-Stationen kündigt Öffi-Stadträtin Ulli Sima an.© Rodrigo Abd/ap/picturedesk.com

Wien. Lang anhaltenden Applaus und Standing Ovations gab es von den Genossen für den Auftritt von Bundeskanzler Christian Kern bei der SPÖ Klubtagung. "Ich versuche gerade, die Zeitungsberichte der letzten Wochen mit dieser Stimmung in Verbindung zu bringen", scherzte der Kanzler. Auf eine nähere Erörterung der jüngsten parteiinternen Diskussionen verzichtete Kern jedoch.

Er appellierte stattdessen an die Wiener Funktionäre, sich wieder auf die Wurzeln der Sozialdemokratie zu besinnen. Der Veranstaltungsort der Klubtagung - eine Eventlocation in Floridsdorf - sei dafür ein gutes Beispiel. An dem Ort seien früher chemische Fabriken gestanden, mit schlechten Arbeitsbedingungen: "Die Arbeiter sind rasch krank geworden und früh gestorben."


Auf den Schultern von Riesen
Diese "schreienden Ungerechtigkeiten" hätten den Beginn der Bewegung ausgelöst: "Es sind unsere sozialdemokratischen Genossen gewesen, die aus Taglöhnern, aus Bettgehern stolze Arbeitnehmer gemacht haben." Die heutige politische Arbeit stehe auf den Schultern von Riesen, die sich von Wien aus auf den Weg gemacht hätten. Das wichtigste Thema der Sozialdemokratie laute "Gerechtigkeit und Wohlstand". Erfolgreich sei man jedoch nur gemeinsam, betonte der Kanzler.

Im Vorjahr verlief der Auftritt des Bundeskanzlers - der damals noch Werner Faymann hieß - bei weitem nicht so harmonisch. Mit Transparenten und Pfiffen taten Jung-Genossen während der Rede des Parteichefs ihren Unmut über die Flüchtlingspolitik der Regierung kund.

120 neue Securitys
Neben der Rede von Kern präsentierten am zweiten Tag der Klubklausur Öffi-Stadträtin Ulli Sima, Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und Finanzstadträtin Renate Brauner ihre Themen. Dabei kündigte Sima an, Musiker in Wiener U-Bahn-Stationen einsetzen, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen. Im Rahmen eines Sicherheits- und Servicepakets, das sie bei der Klubtagung der Wiener SPÖ am Freitag präsentierte, sollen außerdem bis 2019 120 neue Security-Mitarbeiter auf den Bahnsteigen und in den Fahrzeugen unterwegs sein.

"Die Öffis sind der sicherste Ort der Stadt", meinte Sima - in manchen Bereichen bestehe jedoch "ein subjektives Unsicherheitsgefühl". Das Sicherheitsgefühl soll durch die Sicherheitsteams erhöht werden. Vorbild dafür seien andere Großstädte wie Hamburg, München oder Barcelona. Mit der Personalsuche für die neuen Mitarbeiter wird Ende März begonnen, bis Anfang 2019 sollen in einem stufenweisen Ausbau 120 speziell ausgebildete Mitarbeiter im Netz unterwegs sein. Zusätzlich dazu werden in den nächsten Jahren 210 Service-Mitarbeiter aus den Stationshäuschen hervorgeholt. Sie sollen ebenfalls auf den Bahnsteigen präsent sein.

In ausgewählten Stationen will Wien außerdem jungen Künstlern die Chance geben, zu musizieren. Im Rahmen eines Pilotprojekts für die Station Westbahnhof wird im Frühling ein Casting stattfinden, bei dem eine Jury die besten Darbietungen auswählt. "Das soll alles sehr strukturiert ablaufen", versicherte Sima. Die Musiker bekommen bestimmte Slots, zu denen sie spielen.

Mailath-Pokorny berichtete hingegen über die engere Zusammenarbeit von Wien Museum und Musa, das die städtische Sammlung zeitgenössischer Kunst verwaltet. Konkret wird das Musa, das derzeit Teil der Magistratsabteilung 7 (Kultur) ist, näher an das Wien Museum rücken. Die Musa-Mitarbeiter werden etwa künftig dort angestellt sein. Am Außenauftritt soll sich nichts ändern - auch die Standorte bleiben. Das Musa, zu dem auch die Startgalerie und die Artothek gehören, befindet sich neben dem Rathaus.

Brauner kündigte bei der Klubtagung ihrerseits neue Job- und Qualifikationsoffensiven an. Profitieren sollen davon in erster Linie Frauen, ältere Arbeitslose und WienerInnen ohne formalen Bildungsabschluss, wie sie erklärte. Konkret wolle man für ältere arbeitslose Wiener im Rahmen der Bundesaktion 20.000 ab Juli neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, und der Qualifikationsplan soll weiterentwickelt und bis 2030 verlängert werden, sagte sie abschließend.




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Dokument erstellt am 2017-03-24 17:48:08
Letzte nderung am 2017-03-24 17:51:10



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