• vom 21.04.2017, 17:49 Uhr

Stadtpolitik

Update: 21.04.2017, 17:59 Uhr

Grüne

Grüne gegen Heumarkt-Projekt




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  • Das Ergebnis ist bindend. Für Rathaus-Insider ein weiterer Teil der Strategie, Maria Vassilakou loszuwerden.

Das Rendering des Heumarkt-Areals ist schon lange bekannt. Ob es tatsächlich so umgesetzt wird, liegt nun am Zustand der Wiener Grünen. - © apa/Isay Weninfeld & Sebastian Murr

Das Rendering des Heumarkt-Areals ist schon lange bekannt. Ob es tatsächlich so umgesetzt wird, liegt nun am Zustand der Wiener Grünen. © apa/Isay Weninfeld & Sebastian Murr

Wien. (rös) Die Wiener Grünen lehnen das Projekt zur Neugestaltung des Heumarkt-Areals ab - wenn auch knapp. Das zeigt das am Freitagnachmittag bekanntgegebene Ergebnis der Urabstimmung, die die Partei unter all ihren Mitgliedern abgehalten hat. Demnach haben 51,33 Prozent der Teilnehmer gegen das Vorhaben votiert, teilte die Partei am späten Freitagnachmittag mit.

Von den stimmberechtigten 1313 Mitgliedern der Grünen Wien haben demnach 685, also 52,17 Prozent, an der Befragung teilgenommen. Damit ist das Ergebnis laut Parteistatut bindend. Denn das nötige Quorum dafür beträgt mindestens 50 Prozent.

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348 Personen, also 51,33 Prozent, haben auf die Frage "Sollen die Wiener Grünen der Flächenwidmung 7984 am Heumarkt beim Eislaufverein und damit dem Hochhausbau im Kerngebiet des Unesco-Weltkulturerbes zustimmen?" mit Nein abgestimmt. 330, also die Minderheit von 48,67 Prozent, haben somit für das Vorhaben votiert.

Das Vorhaben, das eine Umgestaltung des Areals durch einen privaten Investor samt Bau eines 66-Meter-Wohnturms vorsieht, sorgt seit Monaten für Aufruhr. Neben Denkmalschützern und der Opposition gab es auch in den Reihen der Grünen lautstarke Kritik. Die parteiinternen Projektgegner initiierten deshalb eine Urabstimmung - erfolgreich. Dies ist insofern pikant, als die grüne Planungsstadträtin Maria Vassilakou das Projekt Heumarkt stets verteidigt hatte.

Vassilakou selbst stand vorerst für ein persönliches Statement nicht zur Verfügung. Über ihren Sprecher ließ sie ausrichten, dass man das Ergebnis nun "gemeinsam beraten und daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen" werde. Zu diesem Zweck sind für Montag Treffen der Parteigremien vorgesehen.

Koalitionsbruch möglich
Ob das Nein der grünen Basis das Ende des Heumarkt-Projekts bedeuten könnte beziehungsweise ob die Ressortchefin persönliche Konsequenzen aus dem ablehnenden Votum ziehen wird, blieb am Freitagnachmittag demnach offen. Weder im Vassilakou-Büro noch in der Partei wollte man derlei Fragen beantworten.

Keine konkreten Details gab es vorerst außerdem über Ort und Zeit der Gremiensitzungen. Nur so viel: Die Debatte werde auf breiter interner Ebene geführt werden, hieß es.

Die Sieger der Urabstimmung fordern jedenfalls, dass das Vorhaben in dieser Form abgeblasen wird. "Ich erwarte mir, dass das Projekt zurück an den Start geht", sagte Alexander Hirschenhauser, einer der Urabstimmungsinitiatoren. "Das Quorum wurde erfüllt, somit ist das Ergebnis laut Parteistatut bindend", sagte Hirschenhauser, der auch Klubobmann der Grünen Innere Stadt ist, am Freitagnachmittag im APA-Gespräch. "Das heißt, die grüne Partei darf und kann das Projekt in dieser Form nicht unterstützen."

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Dokument erstellt am 2017-04-21 17:54:05
Letzte nderung am 2017-04-21 17:59:42



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