• vom 09.05.2017, 10:39 Uhr

Stadtpolitik


Getreidemarkt

"Wir schauen uns das noch einmal an"




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  • Bürgermeister Häupl lässt aufhorchen: Radweg am Getreidemarkt ist doch nicht in Stein gemeißelt.



Wien. Der kürzlich begonnene Umbau des Wiener Getreidemarkts sorgt seit Wochen für Debatten. Am Montag ließ Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) nun mit einer etwas kryptischen Aussage aufhorchen, mit der er andeutete, der geplante Radweg sei noch nicht in Stein gemeißelt. Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) sieht das anders: Das Vorhaben seit von Rot-Grün bereits beschlossen worden.

Die Arbeiten an der Verbindungsstraße zwischen Museumsquartier und Naschmarkt laufen bereits seit einer Woche. Gewerkt wird im oberen Abschnitt, wobei in Fahrtrichtung Naschmarkt ein neuer Radweg entsteht. Dafür müssen Autofahrer hier künftig nur mehr mit zwei statt drei Spuren auskommen. Opposition und ÖAMTC gefällt das gar nicht.


Derzeit werden die Wasserrohre in diesem Bereich getauscht, erst danach steht die neue Oberflächengestaltung am Plan. Und hier ließ Häupl gegenüber dem ORF anklingen, dass es noch Änderungsspielraum gebe: "Ganz einfach, wir schauen uns das noch einmal an. Die Oberflächengestaltung ist etwas, was ohnehin erst in ein paar Wochen virulent wird." Was das genau heißt, darüber wusste man im Bürgermeister-Büro keine näheren Auskünfte zu geben.

Planungsstadträtin Vassilakou war jedenfalls irritiert. "Das Projekt am Getreidemarkt entschärft eine der gefährlichsten Stellen im Wiener Radverkehrsnetz", meinte sie in einer schriftlichen Stellungnahme. Außerdem sei das Projekt im März mit den Stimmen von SPÖ und Grünen beschlossen worden. "Und: Es befindet sich bereits in Bau", richtete die Vizebürgermeisterin dem Stadtchef aus.

Die Gegner interpretierten Häupls Aussage jedenfalls in ihrem Sinne. ÖVP-Chef Gernot Blümel freute sich über "diesen Augenblick der Vernunft". Denn die derzeitigen Pläne würden "einen neuen, künstlichen Stauknotenpunkt" erzeugen. FPÖ-Verkehrssprecher Anton Mahdalik bekundete, die Blauen seien gar "außer uns vor Freude". Es sah eine Gelegenheit für den Beweis, "dass der grüne Schwanz nicht zwangsläufig immer mit dem roten Hund wedeln muss".




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Dokument erstellt am 2017-05-09 10:45:05



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