• vom 12.07.2017, 07:00 Uhr

Stadtpolitik

Update: 12.07.2017, 11:28 Uhr

Luftverschmutzung

Wien hat ein Abgasproblem




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Von Bernd Vasari

  • Die Verschmutzung durch Diesel nimmt zu. In London oder Paris gibt es Verbote, in Wien wird das Thema weitergereicht.

dpa/A3417 Ulrich Perrey

dpa/A3417 Ulrich Perrey



Wien. Es juckt in den Augen. Im Hals bilden sich Knödel. Der Kopf dröhnt. Immer mehr Wiener leiden unter dem Dreck schmutziger Motoren, der täglich in die Umwelt hinausgeblasen wird. Allen voran giftige Stickstoffdioxid-Abgase von Diesel-Fahrzeugen. Bei einem Drittel aller städtischen Messstellen wird die Belastungsgrenze bereits überschritten.

Am deutlichsten auf dem Hietzinger Kai. 47 Mikrogramm pro Kubikmeter wurden dort im ersten Halbjahr durchschnittlich gemessen. Knapp zwei Drittel über dem Maximalwert von 30 Mikrogramm. Auch bei den Messstandorten Wehlistraße/Südosttangente (37), Taborstraße (36) und Belgradplatz (31) sind die Werte zu hoch. Gegenüber dem Vorjahr sind sie sogar gestiegen.

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Dabei bläst der Wind ohnehin den Großteil der Abgase davon. Ist es in Wien einmal windstill, sieht man aber das wahre Ausmaß der Luftverschmutzung. So wie an jenen winterlichen Tagen Anfang des Jahres. Es herrschte Hochnebel, die Wiener Luft war schlechter, als etwa in London, Paris, Mexiko City und sogar Peking, die Stadt, wo Atemschutzmasken zum alltäglichen Straßenbild gehören. Die "Wiener Zeitung" hat berichtet. Vergangenen Donnerstag wurden auf dem Hietzinger Kai Spitzen von mehr als 160 Mikrogramm erreicht, am Montag waren es zeitweise 120 Mikrogramm.

Mit einem Fahrverbot reagieren immer mehr Städte, die so wie Wien, von den Diesel-Abgasen betroffen sind. Zuletzt forderte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) flächendeckende Sperrungen für Dieselautos. "So sehr ich mich freue, wenn es ohne solche Verbote ginge, so wenig sehe ich, wie wir künftig weiter ohne Sperrungen auskommen werden", sagte der Oberbürgermeister zur "Süddeutschen Zeitung".

170.000 Fahrzeuge betroffen
Ob er sich einen Kompromiss vorstellen kann? "Es geht immer um Interessensabwägung, in dieser ist die Gesundheit der Bürger für mich das Wichtigste", erklärte er. Bis zu 170.000 Fahrzeuge wären in München von so einem Verbot betroffen.

In Wien sind 375.700 Diesel-Fahrzeuge zugelassen. Das sind mehr als die Hälfte aller Autos in der Stadt. Reiters Parteikollege und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) könnte per Verordnung Fahrverbote erlassen. So sieht es das Immissionschutzgesetz-Luft aus dem Jahr 1997 vor.

Auf Frage der "Wiener Zeitung", ob Häupl sich Fahrverbote vorstellen könnte, verweist sein Sprecher lediglich auf Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Auch dort wird die heiße Kartoffel weitergereicht. Eine Sprecherin verweist auf Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne).

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-07-11 17:24:08
Letzte ńnderung am 2017-07-12 11:28:13



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