• vom 18.08.2017, 19:30 Uhr

Stadtpolitik


Seidenstraße

Ein Zug wird kommen




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Von Bernd Vasari

  • Infrastrukturminister Leichtfried (SPÖ) spricht sich für die Verlängerung der Breitspurbahn nach Wien aus.

- © Tass/picturedesk.com

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Wien. Nach jahrelangen Forderungen der Wirtschaftskammer gibt es nun auch von Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) ein Bekenntnis zum Ausbau der Breitspurbahn nach Wien. "Ich will Österreich zur Logistikdrehscheibe in Europa machen", sagt er. Die derzeitige Endstation befindet sich im 400 Kilometer entfernten Kosice. Bei einem technisch möglichen Baubeginn in sechs Jahren könnte die Strecke bis zum Jahr 2033 fertiggestellt werden. Österreich wäre dann über die Schiene bis nach China verbunden.

Bis zu 127.000 Arbeitsplätze und 15,5 Milliarden Euro Wertschöpfung könnten in den kommenden Jahrzehnten mit einer Verlängerung geschaffen werden. Das geht aus einer Machbarkeitsstudie der Wirtschaftsprüfer Deloitte hervor, die vom Infrastrukturministerium in Auftrag gegeben wurde. "Die Warenströme werden zunehmen. Wir wollen ein Teil davon sein", sagt Leichtfried.

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Die Verbindung zwischen Kosice und Wien soll eingleisig mit Ausweichstellen gebaut werden. Pro Tag rechnet man mit 54 Zügen zu je 67 Waggons. Wer jedoch davon träumt, von Wien nach Peking durchgehend mit der Bahn zu fahren, wird enttäuscht sein. Die Strecke wird ausschließlich dem Güterverkehr dienen. Haltestellen sind keine geplant.

Nur Güterverkehr
auf geplanter Strecke

Nach Peking sei es mit dem Flieger ohnehin schneller, sagt Leichtfried. Ansonsten müsse der Personenverkehr weiterhin mit dem bestehenden Netz auskommen. Pendler aus dem Osten werden aufgrund schlechter Bahninfrastruktur also weiterhin mit dem Auto fahren. In Zeiten von hohen Abgaswerten ist dies eine ernüchternde Ansage des Infrastrukturministers.

Neben Wien gibt es auch andere Interessenten für den Ausbau der Breitspurbahn, die von China unter dem Projektnamen "Seidenstraße" vorangetrieben wird. Entwürfe der Volksrepublik sehen derzeit zwei Stränge nach Europa vor. Wien wird in den Entwürfen nicht berücksichtigt. Der nördliche Strang soll über die Mongolei sowie Kasachstan nach Moskau und von dort über Warschau nach Prag, Hamburg, Duisburg, London sowie Madrid führen. Im Süden geht es über den Iran und die Türkei nach Piräus und über den Balkan nach Mitteleuropa. Nach derzeitigem Stand wäre Budapest die Endstation - und nicht Wien.

Bei einem von Chinas Staatschef Xi Jinping einberufenen Seidenstraßen-Gipfel im Mai wurde Österreich nicht hochrangig, sondern nur durch die Botschafterin vertreten. Im Gegensatz zu Ungarn, wo Ministerpräsident Viktor Orban anwesend war.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-18 17:19:09
Letzte ─nderung am 2017-08-18 18:56:11



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