• vom 22.08.2017, 17:31 Uhr

Stadtpolitik

Update: 22.08.2017, 17:38 Uhr

Bildungscampus

Alle auf einem Haufen




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  • In der Donaustädter Attemsgasse wird im Herbst ein neuer Bildungscampus eröffnet.

800 Kinder werden auf dem Campus künftig betreut. - © Votava

800 Kinder werden auf dem Campus künftig betreut. © Votava

Wien. (alp) Donaustadt. Das kühlere Wetter kündigt bereits an, was einigen Kindern und Lehrern vielleicht schon Bauchschmerzen bereitet: Am 4. September geht in Wien wieder die Schule los. In der Attemsgasse im 22. Bezirk scheint man den Schulbeginn jedoch kaum erwarten zu können, denn dort wird im Herbst ein weiterer Bildungscampus seine Türen öffnen. Insgesamt 800 Kinder werden hier künftig betreut und unterrichtet.

Bis es so weit ist, wird es noch dauern. Im September ist das Gebäude vorerst mit sechs Kindergruppen und fünf Schulklassen belegt. Jedes Jahr soll ein weiterer Jahrgang zu je fünf Klassen nachrücken. Die Kosten für das Gebäude von 43 Millionen Euro zahlte der gemeinnützige Bauträger Gesiba. In 25 Jahren soll der Campus in das Eigentum der Stadt übergehen. Bis dahin werden jährlich 2,5 Millionen Euro an Raten dem Bauträger überwiesen. Zusätzlich kommen 2 Millionen Euro für Instandhaltung hinzu.


Neben den Standorten in Monte Laa, Sonnwendviertel, Donaufeld, Seestadt und dem Gertrude-Fröhlich-Sandner-Campus ist die Attemsgasse damit bereits das sechste Projekt dieser Art. Bis 2023 will die Stadt Wien acht weitere Bildungsstätten bauen.

Ein Bildungscampus ist eine Kombination aus Kindergarten, Schule und Hort in einem Gebäude. Verschiedene pädagogische Einrichtungen wie Turnsäle, Werkräume und Spielplätze werden geteilt. Damit soll der Austausch zwischen den unterschiedlichen Altersgruppen ermöglicht werden.

Um sich entfalten zu können, müssen auch die räumlichen Gegebenheiten passen. Pädagogik fängt schließlich schon bei der Raumgestaltung an, das ist mittlerweile auch in der österreichischen Bildungspolitik angekommen. Wichtig sind vor allem offene Begegnungszonen und geteilte Aufenthaltsorte, wo die Kinder zusammenkommen und sich frei bewegen können.

Alle Kindergarten- und Volksschulkinder zusammen
Die Attemsgasse ist sogar ein Campus-Plus-Modell, wie Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) am Mittwoch bei einer Besichtigungstour durch das neue Gebäude erklärt. Bei der altersübergreifenden Betreuung sei man hier noch einen Schritt weiter gegangen. "Erstmals kommen in Wien Kindergarten- und Volksschulkinder auf einer Ebene zusammen. Das ist eine erhebliche Weiterentwicklung des Konzepts der früheren Bildungscampusse", sagt er.

Der Standort in der Attemsgasse ist anstelle von Schulklassen und Kindergruppen in vier Bildungsbereiche (kurz "Biber") gegliedert. Jeder dieser Bereiche besteht wiederum aus vier Volksschulklassen, zwei Kindergartengruppen und einer Sondergruppe Bei den Sondergruppen handelt es sich je nach Bildungsbereich um Vorschulklassen, heilpädagogische Gruppen oder basale Klassen, in der Kinder mit starker körperlicher Beeinträchtigung unterrichtet werden.

Kinder teilen sich Essensbereiche
Zwar hat immer noch jede Klasse ihren "eigenen" Raum, in dem der Unterricht stattfindet. Die Kinder teilen sich aber Essensbereiche, Spielecken und Rückzugsorte, die in den Pausen genutzt werden können. Die offene räumliche Struktur ermöglicht es darüber hinaus, schnell und einfach Projekte zwischen den verschiedenen Gruppen durchzuführen.

Wirklich Sinn macht dieses Konzept nur bei Ganztagsschulen wie der Attemsgasse, wo es lange Pausen gibt. Der Unterricht findet zwischen acht und halb vier statt, die ersten und zweiten Klassen haben pro Woche acht Stunden, die dritten und vierten Klassen sieben Wochenstunden frei. Denn auch die schönsten und innovativsten Freizeiträumlichkeiten nützen nichts, wenn die Kinder zwischen den Schulstunden kaum Zeit haben, sie zu nutzen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-22 17:36:05
Letzte nderung am 2017-08-22 17:38:31



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