• vom 19.09.2017, 16:38 Uhr

Stadtpolitik

Update: 20.09.2017, 12:48 Uhr

Ottakring

"Die G’stopften am Berg"




  • Artikel
  • Kommentare (15)
  • Lesenswert (30)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Margot Landl

  • Am Fuße des Wilhelminenbergs sollen 150 neue Wohnungen gebaut werden. Die Anrainer protestieren dagegen.

Auf dieser 16.300 Quadratmeter großen Fläche zwischen der Gallitzinstraße, der Erdbrustgasse und der Hofzinsergasse soll ein mehrstöckiger Wohnblock entstehen. - © Stanislav Jenis

Auf dieser 16.300 Quadratmeter großen Fläche zwischen der Gallitzinstraße, der Erdbrustgasse und der Hofzinsergasse soll ein mehrstöckiger Wohnblock entstehen. © Stanislav Jenis

Wien. Christian-André Weinberger kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. Der Blick auf das Schloss Wilhelminenberg. Die herbstliche Kastanienallee, daneben der Ottakringer Friedhof. Das alte Gemäuer der Hochquellwasserleitung. Und schließlich der alte "Bockkeller", in dem bereits vor mehr als 100 Jahren Wienerlieder gesungen wurden. "Das hier ist die grüne Lunge Wiens. Ein Naherholungsgebiet für alle, nicht nur für uns ‚G’stopfte am Berg‘, wie es manchmal heißt. Und das soll ruiniert werden."

"Ruiniert" bedeutet in diesem Fall: verbaut. Auf einer 16.300 Quadratmeter großen Fläche zwischen der Gallitzinstraße, der Erdbrustgasse und der Hofzinsergasse soll ein mehrstöckiger Wohnblock entstehen. Da die Gründe von der ehemaligen Friedhofsgärtnerei nicht mehr genutzt werden, sind sie nun offiziell Stadtentwicklungsgebiet. Bevor dort allerdings Wohnungen gebaut werden können, muss die Fläche von landwirtschaftlichem Gebiet in Bauland umgewidmet werden. Zwar ist auf Anfrage laut der Servicestelle Stadtentwicklung der MA 21 momentan kein Widmungsverfahren im Gang, Neuigkeiten würde man "rechtzeitig kommunizieren". In Bezug auf die Einbindung der Bürger erhält man lediglich einen Hinweis auf eine Informationsveranstaltung am 10. Oktober 2016 zu der Entwicklung des Gebiets, bei der bereits die Rede von einer Umwidmung der betreffenden Fläche zu Bauland war.


Keine Einbindung der Bürger
Seit dieser Informationsveranstaltung ist es ruhig geworden um das Projekt, trotz drei Bürgerinitiativen, die sich mittlerweile unter dem Namen "Pro Wilhelminenberg 2030" zusammengeschlossen haben. Für die Petition, die sie dagegen einreichen wollen, haben sie bereits mehr als 1500 Unterschriften gesammelt. 500 davon müssen als gültig bestätigt werden, damit das Anliegen im Petitionsausschuss behandelt wird - derzeit stehen sie bei 414.

Als Sprecher der Initiative übt Christian-André Weinberger Kritik an der Stadt aufgrund der fehlenden Einbindung der Bürger - obwohl doch ständig die Rede von Bürgerbeteiligung bei solchen Projekten sei. Die Bezirksvertretung verspricht lediglich, dass "nach Vorliegen konkreter Planungen weitere Informationsangebote an die umliegenden Bewohnerinnen und Bewohner erfolgen werden". Über die Kommunikation mit der Bürgerinitiative gibt es keine Auskunft, aus dem Büro von der zuständigen Planungsstadträtin Maria Vassilakou kommt auf eine Anfrage keine Reaktion.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




15 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-19 16:42:06
Letzte nderung am 2017-09-20 12:48:05



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Ausgestorben
  2. Gemeindebau-Revival
  3. "Wunschwidmung für Investor"
  4. Vorbild beim Thema Glücksspiel
  5. Integration beginnt beim Wohnen
Meistkommentiert
  1. Bauliche Endphase
  2. Knapper Bürgermeister
  3. Hilfe ohne viel Tamtam
  4. Generalprobe des Historismus
  5. Jung und arbeitslos

Werbung



Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Werbung


Transition Base

Smartes Wagenvolk

Wohnraum muss nicht viel kosten: Der alte Zirkuswagen soll für kreative Zwecke genutzt werden. - © Puiu Wien. Über die Felder der im Nordosten Wiens liegenden Seestadt fegt ein eisiger Wind. Direkt neben der Satellitenstadt... weiter




Stadtentwicklung

Breitenseer Mauerfall

20161115Wien1 - © Driendl Architects Wien. Die Ziegelmauer ist wie ein Bollwerk. Auf einer Länge von einem halben Kilometer trennt sie den Stadtteil Breitensee vom übrigen Bezirk Penzing... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter





Innere Stadt

Noch kein Fort Knox

Älteste Kirche von Wien, die Ruprechtskirche, Schwedenplatz, Kohlmarkt, Dirndln auf der Kärntner Straße, Vivienne-Westwood-Shop in der Tuchlauben v.l.n.r. - © Ina Weber Wien. Ist man kein Anzugträger und wohnt dennoch im 1. Bezirk, kommt die Antwort auf die Frage nach dem Wohnort fast einem Geständnis gleich... weiter






Werbung


Werbung