• vom 02.10.2017, 17:44 Uhr

Stadtpolitik

Update: 02.10.2017, 18:18 Uhr

Busbahnhof

Endstation für Busse am Verteilerkreis?




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Selbst Thomas Blaguss, Geschäftsführer des gleichnamigen Busunternehmens und Betreiber des Terminals in Erdberg, hatte dem Standort im Jahr 2014 als "einer Weltstadt unwürdig" bezeichnet. Blaguss hat in der Zwischenzeit "im Rahmen seiner Möglichkeiten ohne öffentliche Förderungen viel investiert und die Welcome-Atmosphäre um ein Vielfaches verbessert", erklärt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Die Kapazitäten in Erdberg seien durch interne Maßnahmen überdies optimiert worden und die Kapazitätsgrenze des Terminals noch nicht erreicht, heißt es.

Visitenkarte der Stadt
Auch der Wien Tourismus plädiert seit langem für den Bau eines neuen internationalen Busterminals. Immerhin sei dies auch eine Visitenkarte für die Stadt, meint eine Sprecherin. "Grundsätzlich kommen die meisten unserer Gäste mit dem Flugzeug. Der Bus ist jedoch auch ein beliebtes Verkehrsmittel. Dementsprechend sollten sie eine schöne Willkommenssituation vorfinden", erklärt man dort auf Anfrage. Bei Blaguss betont man, dass die Nachfrage nach nationalen und internationalen Fernbusreisen in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen sei. Zudem wären viele junge Städter mobil, hätten aber kein eigenes Auto. Fernbusreisen seien nachhaltig etabliert und nicht mehr wegzudenken, so eine Sprecherin.

Keine Präferenzen
Zu den notwendigen Rahmenbedingungen für einen modernen Busterminal zählen "neben gut geplanten Ankunfts- und Abfahrtssituationen für die Reisenden, Sanitäranlangen, Bistro, Ticketschalter und Wartebereiche auch genügend Haltestellen, Busparkplätze sowie Ruheräume für Lenker", heißt es bei Blaguss.

Worüber sich sowohl WKW als auch Tourismus und Blaguss einig sind, ist die Notwendigkeit einer direkten Anbindung an das höherrangige Straßennetz sowie Öffianbindungen für die Touristen. Eine Standortpräferenz wollen aber auch weder der Tourismus, der auf die Entscheidungskompetenz der Stadt verweist, noch die WKW abgeben. "Außerdem hat es bisher noch nicht einmal die Möglichkeit eines persönlichen Gesprächs mit Herrn Franz gegeben. Und davor werden wir einander sicher nicht gegenseitig Ideen über Zeitungen ausrichten lassen", begründet Spartengeschäftsführer Pollak das diesbezügliche Schweigen.

Im Verkehrsressort versucht man zu beschwichtigen. "Erfahrungsgemäß werden die Dinge nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht werden", so ein Sprecher. Neo-Bezirkschef Franz bleibt zumindest keine Alternative für die Nutzung des Areals schuldig. "Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für das Alte Landgut: Es könnte als Erweiterungsfläche für den FH Campus genutzt werden, ein Polizeikommissariat könnte dort entstehen oder eine Multifunktionshalle für den Bezirk", sagt er.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-02 17:48:05
Letzte nderung am 2017-10-02 18:18:08



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