• vom 11.10.2017, 15:33 Uhr

Stadtpolitik

Update: 13.10.2017, 14:15 Uhr

XL Busse

"Wow, der ist aber groß"




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Von Arian Faal

  • Die Wiener Linien setzen verstärkt auf 20 Meter lange XL-Busse im Linienverkehr. Eine Probefahrt mit den riesigen Gefährten.

Seit einigen Tagen in Wien auf den Linien 11A und 11B unterwegs: die neuen Mercedes-XL-Busse.

Seit einigen Tagen in Wien auf den Linien 11A und 11B unterwegs: die neuen Mercedes-XL-Busse.



Wien. Seit wenigen Tagen ist die Stadt um eine Attraktion reicher: die neuen Mercedes-XL-Busse sind seit Anfang Oktober im Linieneinsatz. Sie messen ganze 20 Meter und können bis zu 160 Fahrgäste befördern. Seither kommt es immer wieder vor, dass Fahrgäste der Linien 11A (Stadion-Bahnhof Heiligenstadt) und 11B (Hillerstraße-Friedrich-Engels-Platz) ihren Augen nicht trauen und staunen. Auf diesen beiden Linien sind vorerst fünf Mega-Busse unterwegs. Die bisher eingesetzten "normalen" Gelenkbusse sind 18 Meter lang. "Wow, der ist aber groß", stellte ein junger Schüler mit Erstaunen gegenüber dem Fahrer fest. Ein anderer Fahrgast schüttelt den Kopf. "Anstatt hier Millionen in längere Busse zu investieren, sollen die Wiener Linien einmal schauen, dass die U4 in der Früh pünktlich kommt und nicht so oft ausfällt oder dass in der U6 nicht so oft Frauen angepöbelt werden, das sollte man angehen", meint der Mann.

Was ist nun das Besondere an den neuen Bussen? Für die Fahrgäste bedeutet der Generationswechsel bei den Fahrzeugen mehr Platz im Fahrzeug und damit mehr Komfort. Die Kapazität gegenüber den herkömmlichen Gelenkbussen ist um bis zu 20 Prozent größer.

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Bis Jahresende werden insgesamt 17 XL-Busse auf den Straßen Wiens unterwegs sein. Die neuen Mercedes-Busse sind barrierefrei zugänglich und verfügen über Klimaanlage, Videoüberwachung und ein modernes Fahrgastinformationssystem. Durch Außenschwenk-Schiebetüren vergrößert sich der Ein- und Ausstiegsbereich im Bus zusätzlich und sorgt zudem für mehr Platz. Mit moderner LED-Beleuchtung ist der Bus-Innenraum hell und freundlich gestaltet.

Kein Einsatz von XL-Bussen
auf der Linie 13A möglich

Ein Wehrmutstropfen bleibt allerdings: Aufgrund ihrer Länge können die Fahrzeuge nur auf gewissen Linien eingesetzt werden, die nicht durch enge Gassen fahren und keinen extrem kurvenreichen Verlauf haben. Die meistbefahrene Bus-Linie Wiens, der 13A (Hauptbahnhof- Alser Straße), könnte aufgrund seiner Strecke mit engen Gassen nicht mit den XL-Bussen bestückt werden.

Auf Anfrage der "Wiener Zeitung" meinte die Sprecherin der Wiener Linien, Johanna Griesmayr, dass das Feedback zu den neuen Bussen durchwegs gut sei. "Die neuen XL-Busse fallen unseren Fahrgästen positiv auf. Das merken wir vor allem an den Rückmeldungen in den Sozialen Medien", sagte sie. Außerdem seien die extragroßen Fahrzeuge auch eine Reaktion auf steigende Fahrgastzahlen und würden es ermöglichen, sehr effizient zusätzliche Sitz und Stehplätze anzubieten. Neben den Linien 11A und 11B werden in den kommenden zwei Jahren auch weitere stark frequentierte Linien umgestellt. Geplant sind etwa der 26A und der 48A. "Grundsätzlich könnten sie auf fast allen Linien in Wien fahren. Sie brauchen durch ihre Extralänge jedoch eine eigene Sondergenehmigung der Behörde, die sich immer auf eine bestimmte Strecke bezieht", so die Sprecherin weiter.

Wiener Linien setzen Modernisierung der Flotte fort
Überhaupt setzen die Wiener Linien die Modernisierung ihrer Busflotte kontinuierlich fort. Denn auch kleinere Modelle werden sukzessive erneuert. Heuer kommen etwa 30 Normal- und zwölf Gelenkbusse in der 18-Meter-Variante dazu. Bis 2019 ersetzen rund 200 moderne und umweltfreundliche Autobusse die älteren Busmodelle. Die neue Busgeneration erfüllt die Euro6-Abgasnorm, die die Emissionen der Fahrzeuge auf ein Minimum reduziert.

Neben den Bussen gibt es auch noch eine gute Nachricht für alle Straßenbahnfahrer. Im Jahr 2018 bekommt Simmering eine eigene Bim-Linie, wahrscheinlich mit der Bezeichnung "11". Zwischen U3-Station Enkplatz und Kaiserebersdorf soll sie am Gleiskörper des jetzigen 6ers unterwegs sein. Auch der 71er, der jetzt nur bis zum Zentralfriedhof fährt, soll dann bis Kaiserebersdorf verlängert werden. Zwei Schleifen müssen für den 11er dazu gebaut werden.

Außerdem geht die Diskussion um die Wiedereinführung der Gürtellinie 8 in die entscheidende Runde.




Schlagwörter

XL Busse, Verkehr, Wiener Linien

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-11 15:39:08
Letzte nderung am 2017-10-13 14:15:06



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