• vom 29.11.2017, 17:45 Uhr

Stadtpolitik

Update: 30.11.2017, 12:32 Uhr

Neubau

"Es geht nicht ums Verbieten"




  • Artikel
  • Kommentare (5)
  • Lesenswert (11)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Alexandra Laubner

  • Eines der Hauptthemen des neuen Neubauer Bezirksvorstehers ist die Mobilität.

Markus Reiter will in seinem Bezirk als Erstes eine Mobilitätsberatung einrichten.

Markus Reiter will in seinem Bezirk als Erstes eine Mobilitätsberatung einrichten.© Arnold Burghardt Markus Reiter will in seinem Bezirk als Erstes eine Mobilitätsberatung einrichten.© Arnold Burghardt

Wien. Markus Reiter wird heute als Neubauer Bezirksvorsteher angelobt und folgt Thomas Blimlinger, den ersten grünen Bezirksvorsteher Wiens. Reiter sitzt von Beginn an, seit Neubau grün regiert wird, im Bezirksparlament. Der 46-Jährige ist Gründer und Geschäftsführer der Obdachlosenhilfe Neunerhaus, möchte in Neubau eine Mobilitätsberatung installieren und plädiert für mehr Mut bei den Grünen.

"Wiener Zeitung":Ist es ein guter Zeitpunkt für Grünpolitiker, hauptberuflich in die Politik zu wechseln und den Brotjob aufzugeben?


Markus Reiter: Oft bergen Zeiten der Krisen Chancen der Veränderungen. Und, dass ich harte Herausforderungen annehmen kann, habe ich schon gezeigt.

Sie werden am Donnerstag angelobt, was wird Ihre erste Amtshandlung sein?

Ich werde in den nächsten Wochen ganz viel im Bezirk unterwegs sein, um die Menschen kennenzulernen, damit sie mich kennenlernen. Und um eine Grundlage für ein gemeinsames Tun im Bezirk zu schaffen.

Apropos unterwegs sein im Bezirk, Thomas Blimlinger hatte ein Dienstfahrrad - wie werden Sie unterwegs sein?

Ich fahre auch liebend gerne mit dem Rad. Ich habe ein cooles privates Fahrrad. Aber schauen wir mal, ob ich für offizielle Anlässe mit dem Dienstfahrrad gemütlich durch den Bezirk kutschieren werde. Ich wusste nicht einmal, dass es heutzutage noch Dienstfahrräder gibt, stelle es aber gerne dem Büroteam zur Verfügung.

Eines Ihrer Hauptthemen ist die Mobilität. Was sind Ihre Schwerpunkt?

Es gibt noch immer eine Trennung zwischen Rad-, Öffi- und Autofahrern. Mein Mobilitätsverständnis ist ein anderes. Wenn wir in die Zukunft blicken, kann ich nur appellieren, unterschiedliche Möglichkeiten zu nutzen. Mir ist es ein Anliegen, die Carsharing-Angebote und die E-Mobilität ausbauen. Und wir werden eine Mobilitätsberatung bekommen.

Wie kann man sich das vorstellen?

Ich weiß, dass viele nicht wissen, wie Carsharing funktioniert. Die Mobilitätsberatung soll auch eine persönliche Analyse abdecken, wo etwa der Fragen nachgegangen wird, wie viel Geld man für die Mobilität ausgibt? Wir werden die Mobilitätsberatung nächstes Jahr starten - das ist einer meiner ersten Aktivitäten.

Haben Autos noch Platz?

Was den motorisierten Verkehr betrifft, wäre es eine Möglichkeit, dass Autos zwar zur Verfügung stehen, aber man sie nicht unbedingt besitzen muss, um damit vielleicht an der Oberfläche mehr Platz zu schaffen. Ich sage jetzt keck, dass nicht so viele Stehautos notwendig sind, um das gleiche Mobilitätsbedürfnis abzudecken. Ich möchte als Grüner auch ein neues Signal setzen: Es geht nicht ums Verbieten, es geht um eine effizientere Nutzung.

weiterlesen auf Seite 2 von 3




5 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-11-29 17:50:05
Letzte ─nderung am 2017-11-30 12:32:05



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Generalprobe des Historismus
  2. Gemeindebau-Revival
  3. Das grüne Kino
  4. Gegen das Trennende
  5. Vom Exoten zum Nischenplayer
Meistkommentiert
  1. Bauliche Endphase
  2. Knapper Bürgermeister
  3. Generalprobe des Historismus
  4. Hilfe ohne viel Tamtam
  5. Jung und arbeitslos

Werbung



Siemensgebäude

Der Investor und das Kreta-Viertel

In den tristen Betonbauten findet Zwischennutzung im großen Stil statt. - © Phillipp Hutter Wien. Am Rande von Kreta steht ein Zaun. Er soll nicht Flüchtlinge davon abhalten, Griechenland zu betreten. Er soll Wiener davon abhalten... weiter




Zwischennutzung

Die Hegemonie über die Zwischenwelt

Ein Gelände, zwei Welten: Auf der einen Seite ein geförderter Zwischennutzungs-Hub bei der Karl-Farkas-Gasse in Neu Marx . . . Wien. Es gibt Entwürfe, die in der Schublade verschwinden. Andere, die realisiert werden. Und dann gibt es jene Entwürfe... weiter





Werbung


Transition Base

Smartes Wagenvolk

Wohnraum muss nicht viel kosten: Der alte Zirkuswagen soll für kreative Zwecke genutzt werden. - © Puiu Wien. Über die Felder der im Nordosten Wiens liegenden Seestadt fegt ein eisiger Wind. Direkt neben der Satellitenstadt... weiter




Stadtentwicklung

Breitenseer Mauerfall

20161115Wien1 - © Driendl Architects Wien. Die Ziegelmauer ist wie ein Bollwerk. Auf einer Länge von einem halben Kilometer trennt sie den Stadtteil Breitensee vom übrigen Bezirk Penzing... weiter





Athen

Gründen gegen die Wirtschaftskrise

Athen. 42 Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur ist Athen wieder auf dem Boden gelandet. Schlechte Jobchancen, zusammengekürzte Sozialleistungen und... weiter




Teheran

Irans Nerds

Über den Dächern Teherans eifern junge Männer und Frauen ihrem Idol Steve Jobs nach. - © Solmaz Khorsand Teheran. Lang und breit könnte Nasser Ghanemzadeh über sein Leid klagen. Darüber, wie quälend das Leben in einer Islamischen Republik ist... weiter





Innere Stadt

Noch kein Fort Knox

Älteste Kirche von Wien, die Ruprechtskirche, Schwedenplatz, Kohlmarkt, Dirndln auf der Kärntner Straße, Vivienne-Westwood-Shop in der Tuchlauben v.l.n.r. - © Ina Weber Wien. Ist man kein Anzugträger und wohnt dennoch im 1. Bezirk, kommt die Antwort auf die Frage nach dem Wohnort fast einem Geständnis gleich... weiter






Werbung


Werbung