• vom 21.07.2015, 17:34 Uhr

Wien


Start-up

Super-Angel im Anflug




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Von Ina Weber

  • Wirtschaftsagentur Wien befragte Wiens Start-up-Landschaft und fand mehr privates Risikokapital als angenommen wurde.



Wien. Die Landkarte, wo Wien als nennenswerte Start-up-City eingezeichnet ist, gibt es nicht. Der häufig genannte Grund dafür, liegt im fehlenden privaten Risikokapital (garantiefreie Investition von Geldgebern, Anm.) für Jungunternehmer. Im Vergleich zu anderen Städten ist dieses in Wien sehr niedrig. Zuletzt wurde es von einer EU-Studie mit 50 Millionen Euro pro Jahr für ganz Österreich beziffert.

Trotz der vielen Gründungen in Wien pro Jahr gibt es vor allem bei der Finanzierung ab einer Million Euro "eine große Lücke", sagt Philipp Kinsky, Anwalt und selbst Business Angel. Er hat gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Daten gesammelt, die vom IHS (Institut für Höhere Studien) und dem deutschen Start-up-Experten Thomas Funke analysiert wurden.

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Das Ergebnis wirft ein neues Licht in die Gründer-Landschaft. Insgesamt wurden 500 Firmen kontaktiert, 211 haben konkrete Daten über ihre Investments geliefert. In 142 Start-ups steckte privates Risikokapital in der Höhe von rund 800 Millionen Euro in vier Jahren (2010 bis 2014). "Das sind immerhin im Durchschnitt 160 Millionen Euro pro Jahr", so Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien.

Private stecken 160 Millionen Euro jährlich in Start-ups
Mehr als gedacht floss in die Unternehmen. Kinsky zeigte sich überrascht. Er schätzt die Dunkelziffer jedoch doppelt so hoch ein. Er geht von rund 320 Millionen Euro privates Risikokapital aus. Das IHS geht in einer vorsichtigen Hochrechnung von knapp 900 Millionen Euro Gesamt-Privatinvestitionen pro Jahr aus.

Die Diskrepanz zwischen internationalen Hochrechnungen und den hauseigenen Zahlen erklärt Kinsky damit, dass Erstere oft auf unvollständigen Daten und Schätzungen beruhen würden. Viele Start-ups würden Zahlen nämlich nicht gerne herausgeben. An Infos komme man nur, wenn man Zugang zu den Szene-Netzwerken habe - was hier der Fall gewesen sei. "Die Hälfte der Start-ups geben keine Informationen über ihre Investments, dh die Dunkelziffer ist groß", bestätigt auch Thomas Funke der "Wiener Zeitung".

Laut Kinsky, der selbst in vier Start-ups investiert, kam mehr als die Hälfte der Summe von inländischen Kapitalgebern. Allerdings kämen die Investitionen ab einer Million Euro dann doch überwiegend aus dem Ausland.

Dass rund ein Drittel der Jungbetriebe, die an der Studie teilgenommen haben, keine privaten Gelder bekommen haben, begründet der Anwalt damit, dass einige Gründer selbst schon viel Geld für die Firma mitbringen, diese dann verkaufen und dann wiederum investieren.

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Dokument erstellt am 2015-07-21 17:38:04



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