• vom 24.04.2012, 18:58 Uhr

Unterwegs

Update: 02.05.2012, 11:12 Uhr
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Am 1. Mai wird die Tarifreform der Wiener Linien umgesetzt - Weniger Einnahmen, mehr Passagiere erwartet

Alte Fahrscheine bleiben gültig


Von Christian Mayr

  • Vorverkaufstickets und Netzkarten sind bis Jahresende zum alten Preis verwendbar.

Fahrschein-Kauf kann sich lohnen - denn alte Tickets bleiben bis 31. Dezember 2012 gültig.

Fahrschein-Kauf kann sich lohnen - denn alte Tickets bleiben bis 31. Dezember 2012 gültig.

Wien. Alles neu macht der Mai - diese alte Weisheit trifft heuer in besonderem Maß auf die Wiener Linien zu: Denn mit 1. Mai tritt die neue Tarifstruktur, die als markantesten Teil eine Verbilligung der Jahreskarte von 449 auf 365 Euro bringt, in Kraft. Besitzer von Fahrscheinen, die nun ab Monatsende teurer werden, brauchen sich aber nicht stressen: Die Wiener Linien haben großzügige Übergangsfristen eingeplant, sodass alle Vorverkaufstickets und Netzkarten (etwa die "Klimakarte") bis Jahresende zum alten Tarif gültig sind. Und auch danach ist der Umtausch gegen Aufzahlung in allen Vorverkaufsstellen unbefristet möglich.

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Dies ist insofern bemerkenswert, als es bei der jüngst vollzogenen Parkgebühren-Erhöhung ganz anders war: Da verloren die alten Parkscheine auf einen Schlag ihre Gültigkeit und konnten nur noch umgetauscht werden (lediglich inoffiziell wurde von den Parksheriffs eine mehrtägige Schonfrist eingeräumt). Die Wiener Linien rechtfertigen die differenzierte Vorgehensweise mit dem Stichwort Kundenservice: "Es ist einfach bequemer für unsere Fahrgäste. So muss sich niemand, der sich heute noch eine 8-Fahrten-Streifenkarte kauft und ein Mal in der Woche zur Oma fährt, dann zwecks Umtausch anstellen", erklärt Sprecher Dominik Gries. Außerdem habe es schon bisher bei Tarifänderungen solche Übergangsfristen gegeben - auch um zu verhindern, dass an den ersten Tagen der Umstellung noch mehr Menschen an den Schaltern stehen.

Leichte Verluste durch Hamsterkäufe einkalkuliert
Etwaige Verluste durch Passagiere, die sich nun im Vorhinein massenhaft mit Fahrscheinen eindecken, nimmt man damit freilich in Kauf: "Wir wissen aber von früher, dass das nicht so massiv ist", meint Gries. Außerdem würden die Leute eher U-Bahn, Bus und Bim nutzen, wenn sie schon zu Hause Fahrscheine haben. "Das schadet uns daher gar nicht."

Die Übergangsfrist gilt übrigens auch für Karten des VOR (Verkehrsverbund Ostregion), die etwa von ÖBB-Automaten bezogen werden können.

Insgesamt rechnen die Wiener Linien allerdings mit Verlusten durch die Tarifreform: So geht Geschäftsführerin Alexandra Reinagl davon aus, dass der Kostendeckungsgrad von derzeit 60 auf 55 Prozent sinken werde. Wie berichtet, will die Stadt Wien als Eigentümerin allerdings die Ausfälle (25 bis 30 Millionen Euro jährlich) kompensieren; laut Reinagl muss diese vertragliche Vereinbarung nun jedes Jahr neu verhandelt werden.

Zugleich erwartet die für den kaufmännischen Bereich zuständig Verkehrsbetriebe-Chefin zwar einen Anstieg bei den Jahreskarten von knapp 390.000 auf mehr als 400.000 Stück (ein Drittel davon sind Senioren-Dauerkarten); zugleich gehe dieser aber auch auf Kosten von Monats- und Wochenkarten. Ein Boom sei jedenfalls schon jetzt erkennbar: Im ersten Quartal konnten netto 16.000 neue Jahreskartenkunden begrüßt werden - früher waren es lediglich 5000. Und im April wurde ein Rekordergebnis im Online-Shop der Wiener Linien erzielt - mit 250 neu georderten Jahreskarten an einem Tag.

Über kurz oder lang wird es mit der griffigen, von den Grünen kreierten Jahreskarten-Formel "Ein Euro pro Tag" wieder vorbei sein. Denn künftig steigen die Tarife nach einem bestimmten Index automatisch an - wann und in welcher Höhe, ist aber noch offen. "Aber nicht heuer, das kann ich garantieren. Und es wird nicht so sein, dass man den Effekt nach drei Jahren nicht mehr spüren wird", so Reinagl. Allerdings müssten steigende Lohn- und Energiekosten mit einem "fairen Schlüssel" abgebildet werden.

Die Tarif-Reform nimmt übrigens auch Schwarzfahrer ins Visier, statt 70 Euro sind künftig 100 Euro zu berappen. Damit wird Fahren ohne Fahrschein unattraktiver, denn wer vier Mal im Jahr erwischt wird, zahlt schon mehr als für die Jahreskarte (bisher erst ab sieben Schwarzfahrer-Strafen).




Schlagwörter

Tarifreform, Wiener Linien, Wien

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-24 19:05:04
Letzte Änderung am 2012-05-02 11:12:37


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