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Update: 09.05.2012, 21:53 Uhr
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Kontrollamt: Probleme mit Wiener Straßenbahnen

Touristen-Bim dreht ihre Runden in Verlustzone



  • Verkaufsannahme bei höherpreisigen Tickets zu optimistisch.
  • ULFs: Hohe Ausfallquote und viel Wartungsbedarf.

Die "Vienna Ring tram" fährt auch nach drei Jahren noch in der Verlustzone.

Die "Vienna Ring tram" fährt auch nach drei Jahren noch in der Verlustzone.APAweb / Georg Hochmuth Die "Vienna Ring tram" fährt auch nach drei Jahren noch in der Verlustzone.APAweb / Georg Hochmuth

Wien. Seit 4. April 2009 dreht eine gelb-schwarz gebrandete und mit Info-Kopfhörern ausgestattete Touristen-Straßenbahn täglich ihre Runden entlang der Wiener Ringstraße - allerdings keineswegs profitabel. Denn trotz steigender Erlöse beschert die "Vienna Ring Tram" den Wiener Linien, die als Betreiber fungieren, nach wie vor Verluste. Diese betrugen im Jahr 2011 gut 72.000 Euro, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des Kontrollamts hervorgeht.

  Die Prüfer empfahlen, die Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Touri-Bim bei Wien-Touristen zu forcieren, denn "für die Erzielung eines ausgeglichenen Ergebnisses wäre einnahmenseitig eine nennenswerte Fahrgaststeigerung notwendig". Außerdem appellierte das Kontrollamt an die Verkehrsbetriebe, die Einstiegsstelle bei der am häufigsten frequentierten Station Oper besser zu kennzeichnen.

  Laut Bericht konnte die Sitzplatzauslastung der modifizierten Straßenbahn alten Typs von 26,5 Prozent im Jahr 2009 auf 32,2 Prozent im Vorjahr gesteigert werden. Das Verlustergebnis sank im selben Zeitraum von gut 117.000 auf etwas mehr als 72.000 Euro.

  Das Kontrollamt wies in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass die Wiener Linien in ihren ursprünglichen Berechnungen davon ausgegangen seien, dass der Break-Even-Point - also ein ausgeglichenes Ergebnis - bereits bei einer Auslastung von 25 Prozent (mit einer Unschärfe von plus bzw. minus fünf Prozent) erreicht werde. Allerdings fußte diese Kalkulation auf zu optimistischen Annahmen beim Verkauf höherpreisiger Tickets. Zur Erklärung: Die Vienna Ring Tram ist nicht in das herkömmliche Öffi-Ticketsystem eingegliedert.

Lohn-und Materialkosten bei ULF gestiegen
Die Wiener Linien mustern alte Bim-Garnituren sukzessive gegen neue Niederflurstraßenbahnen - kurz ULF genannt - aus. Diese erleichtern durch die niveaufreie Rampe das Ein- und Aussteigen deutlich. Allerdings sind die Fahrzeuge der jüngeren Generation offenbar sehr wartungsintensiv, weshalb sie teils lange Zeit in der Werkstatt stehen müssen. Laut einem aktuellen Bericht des Kontrollamts sind bis zu ein Viertel der ULF-Züge nicht einsatzbereit. Die Wiener Linien versicherten, die Stehzeiten durch verbesserte Abläufe verringern zu wollen.

  Die Prüfer schauten sich die Anzahl der ULFs außer Betrieb an einem willkürlich festgelegten Datum, dem 26. Mai 2010, an. "Insgesamt betrachtet waren an dem von der Einschau betroffenen Tag 52 Niederflurstraßenbahnen nicht einsatzbereit, was gemessen an der damaligen Gesamtanzahl der Niederflurstraßenbahnen (204) rund 25 Prozent ausmachte", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Ein ähnliches Bild zeigte sich den Kontrolloren bei der stichprobenweisen Einschau in Wochenberichte zwischen Jänner und Dezember 2009, als ebenfalls durchschnittlich ein Viertel der Züge ausgefallen war.

  Das Kontrollamt stellte in diesem Zusammenhang auch Steigerungen bei Lohn- und Materialkosten fest, die "auf vermehrte Wartungen bzw. Instandsetzungen infolge des altersbedingten Verschleißes von Bauteilen und der Behebung immer häufiger auftretender (teilweise systembedingter) Mängel zurückzuführen" gewesen seien. Im Bericht ist etwa von uneinheitlichen Wartungsplänen und ungeklärten Garantiefragen die Rede, weshalb die Wiener Linien nötige Arbeiten oder technische Modifizierungen teils auf eigene Rechnung durchführten. Diesen Aspekten sei lange zu wenig Beachtung beigemessen worden, erst in jüngster Zeit seien die Wiener Linien hier aktiv geworden, so die Prüfer.

  Die Verkehrsbetriebe gelobten sowohl in den im Bericht enthaltenen Stellungnahmen als auch in einer heutigen Aussendung Besserung. Man habe zugesagt, Abläufe weiter zu straffen, ein elektronisches Wartungsbuch einzuführen und die Stehzeiten von Fahrzeugen weiter zu reduzieren. Außerdem arbeite eine Taskforce an der Umsetzung zusätzlicher Weiterentwicklungen des ULFs.



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-09 21:51:22
Letzte Änderung am 2012-05-09 21:53:13


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