• vom 20.08.2015, 08:00 Uhr

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Von Barbara Ottawa

  • Fahrradboten flitzen quer durch Wien, um die verschiedensten Dinge zuzustellen. Die "Wiener Zeitung" war unterwegs mit Europas bester Fahrradbotin.

Bloß keinen Stress hat Clara Felis aka "Orca" in Arbeitskluft .

Bloß keinen Stress hat Clara Felis aka "Orca" in Arbeitskluft .© Hermes Bloß keinen Stress hat Clara Felis aka "Orca" in Arbeitskluft .© Hermes

Wien. Von wo weg wird der Franz-Josefs-Kai eigentlich nummeriert? Wenn man mit einer Fahrradbotin während der Arbeitszeit unterwegs ist, sieht man Wien mit ganz anderen Augen. Völlig neue Fragen stellen sich, die andere vielleicht unter dem Label "Nutzloses Wissen" ablegen würden.

Doch heute geht es darum, ein kleines Päckchen abzuliefern. Es ist keine Eilsendung, aber dennoch darf "der Auftrag nicht alt werden", denn die Zustellung sollte innerhalb einer gewissen Frist erfolgen. Nicht nur, weil der Empfänger darauf wartet, sondern vor allem, weil noch weitere Briefe, Schachteln, Sackerln, Ordner und andere Dinge auf den Transport per Fahrradboten warten.

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"Wichtig ist, sich nicht stressen zu lassen und einen klaren Kopf zu bewahren", sagt mir Orca immer wieder, der Fahrerin für den Botendienst Hermes, der nichts mit dem gleichnamigen Paketversende-Großbetrieb zu tun hat. Tierbezeichnungen sind nur eine Möglichkeit, sich einen Botennamen zu geben, aber fast jeder radelnde "Messenger" oder "Courier", so die englischen Bezeichnungen, hat einen.

In ihrem anderen Leben als Buchhändlerin heißt Orca nämlich Clara und ist als Clara Felis auch vielen in der Poetry-Slam-Szene ein Begriff, denn sie moderiert oft diese Stegreif-Dichtkunst.

Als "Orca" gehört sie seit diesem Jahr offiziell zu den besten Fahrradbotinnen Europas. Sie wurde bei der Boten-Meisterschaft in Mailand zur Siegerin gekürt. Sie war nicht nur die Schnellste, sondern hat auch die beste Route im Parcours gewählt. "Wie beim alltäglichen Botenfahren auch kommt es vor allem darauf an, mit Köpfchen zu fahren, nicht nur darauf, schnell zu sein", erklärt sie, während wird gerade vom 19. Bezirk in Richtung 13. Bezirk radeln. Bei einem Zwischenstopp für eine Abgabe im 9. Bezirk erfahren wir, dass wir noch einmal zurück müssen.

"Ihr wart zu schnell wieder weg, jetzt haben wir noch etwas im 19. Bezirk reinbekommen", sagt uns der Disponent per Telefon. Andere Botendienste arbeiten mittlerweile mit Apps und Smartphones. Bei Hermes ruft der oder die "Dispo" jeden Boten an und vergibt Aufträge. Oder die Fahrer melden sich, wenn sie "frei" sind, also alle ihnen bis zu diesem Zeitpunkt zugewiesenen Fahrten erledigt haben.

Über fünf Dienste in Wien
Doch an diesem Tag läutet das Telefon eigentlich ständig irgendwo zwischendurch am Weg von A nach B. Das freut Orca, weil sie gerne Fahrrad fährt und auch gerne Dinge zustellt: "Man kommt in ganz unterschiedliche Häuser und Büros und trifft auf die verschiedensten Menschen." Aber die gute Auftragslage freut natürlich auch Hermes, denn die Konkurrenz ist groß, insgesamt gibt es mehr als fünf Fahrradbotendienste in Wien, dazu kommen noch Lastenradtransporte und natürlich Auto- und Moped-Zusteller.

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Dokument erstellt am 2015-08-19 16:26:05
Letzte ─nderung am 2015-08-19 21:08:04



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