• vom 28.11.2016, 22:04 Uhr

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Update: 28.11.2016, 22:17 Uhr

Gebührenpflicht

Kein Parkpickerl für Döbling




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  • Bezirk stimmt überraschend gegen die Einführung der Gebührenpflicht.



Wien. (apa/dg) Der 19. Wiener Gemeindebezirk will kein Parkpickerl. Die Döblinger haben im Rahmen einer Bürgerbefragung gegen die Einführung einer Gebührenpflicht in ihrem Bezirk abgestimmt. Das meldete die Bezirksvorstehung am Montagabend. Parken bleibt damit weiterhin gratis.

Die Abstimmung ist mit 51,6 Prozent gegen das Parkpickerl denkbar knapp ausgefallen. Von 30.881 gültigen Stimmen entfielen 15.943 auf Nein und 14.938 auf Ja. Die Abstimmung selbst lief drei Wochen lang und endete bereits am vergangenen Dienstag. Mit der Auszählung der Stimmen wurde aber erst am Montagvormittag begonnen. Rund 56.000 Anrainer waren stimmberechtigt.

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ÖVP-Bezirksvorsteher Adi Tiller hatte das Ergebnis bereits im Vorfeld als bindend bezeichnet, er selbst rechnete allerdings mit einem Resultat pro Parkpickerl. "Das Ergebnis der Befragung überrascht mich, ist aber bindend. Der Bürger hat immer recht", wird Tiller im "Kurier" zitiert.

Teileinführung
weiterhin vorstellbar

Eigentlich wollte der Bezirkschef die fast flächendeckende Einführung ab 2. Mai 2017 umsetzen. Ein erster Termin mit den Behörden wurde zwecks Vorbereitungsarbeiten bereits für den morgigen Dienstag anberaumt. Er ist infolge der Ablehnung nun obsolet. Tiller entschied sich zu einer Befragung der Bevölkerung, da durch die im September vollzogene Einführung der flächendeckenden Kurzparkzone im Nachbarbezirk Währing der Stellplatzdruck in Döbling spürbar gestiegen war.

Vorstellbar sei nun eine Teileinführung der Gebührenpflicht an bestimmten, besonders frequentierten Plätzen. Entsprechende Pläne wolle er mit Verkehrsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou besprechen. Möglich wäre laut "Kurier" eine Parkraumbewirtschaftung in den Zonen Heiligenstadt und Spittelau.

Nach der Einführung des Parkpickerls im Nachbarbezirk Währing sind immer mehr "Parkpickerl-Flüchtlinge" nach Döbling ausgewichen. Darunter sind nicht nur Bewohner des Nachbarbezirks, sondern vor allem Pendler aus dem Wiener Umland. Die Gebührenpflicht sollte eigentlich die Parkplatzsuche für die Bewohner des Nobelbezirks Döbling erleichtern.

Trend zu Parkpickerl
in ganz Wien

Mit seinem Nein zum gebührenpflichtigen Parken liegt Döbling ganz und gar nicht im Wien-weiten Trend. In 15 der 23 Gemeindebezirke gibt es schon ein Parkpickerl. Favoriten führt die Gebührenpflicht im September kommenden Jahres ein. Das ist schon beschlossen. Mit Ausnahme einiger weniger Industriegebiete dürfte die Einführung auch flächendeckend sein.

Eine Gebührenpflicht in Favoriten könnte Simmering in Parknot bringen. Denn dann ist zu erwarten, dass Autofahrer auf den angrenzenden elften Bezirk ausweichen. Bezirksvorsteher Paul Stadler (FPÖ) hat deshalb auch dort eine Bürgerbefragung für kommendes Jahr angekündigt. Abgefragt werden verschiedene Varianten und Modelle der Gebührenpflicht. Die Einführung dessen könnte dann 2018 folgen.

Auch Hietzing will Anfang Oktober 2017 die Bezirksbewohner befragen. "Die Gebiete entlang der U-Bahn-Linie U4 und das Zentrum Hietzing sind schon sehr überparkt", sagte ÖVP-Bezirksvorsteherin Silke Kobald in Zusammenhang damit. Vor allem entlang der U4 sei ein Lösung notwendig. Eine flächendeckende Einführung sei nicht geplant.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-11-28 22:08:06
Letzte nderung am 2016-11-28 22:17:04



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