• vom 19.03.2017, 09:00 Uhr

Unterwegs


Mobilität

Der siebente Sinn des Automaten




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Von Bernd Vasari

  • Alexander Mankowsky, Zukunftsforscher bei Daimler, über die Empathiefähigkeit von selbstfahrenden Autos.

Urbane Begegnung in der Zukunft. Der F 015 von Daimler zeigt mit Lichtsignalen an, dass er den Fußgänger vorbei lässt. Daimler AG

Urbane Begegnung in der Zukunft. Der F 015 von Daimler zeigt mit Lichtsignalen an, dass er den Fußgänger vorbei lässt. Daimler AG



Wien. Fußgänger, Radfahrer, manuelle und selbstfahrende Autos gemeinsam im Wiener Stadtverkehr. Was derzeit noch eine Vision ist, könnte bald zur Wirklichkeit werden. Zukunftsforscher wie Alexander Mankowsky von Daimler AG arbeiten jedenfalls emsig daran, dass sich dieses Szenario bald - unfallfrei - im Straßenverkehr abspielen kann. Die "Wiener Zeitung" traf ihn am Rande der Konferenz "Automatisiertes Fahren - Verkehrssicherheit und der Faktor Mensch", organisiert vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Was nötig ist, damit sich selbstfahrende Autos in ein menschliches Umfeld einfügen, erklärt er im folgenden Gespräch.

"Wiener Zeitung": Herr Mankowsky, die zukünftige Begegnung mit selbstfahrenden Autos auf der Straße macht vielen Menschen Angst. Was müssen die Fahrzeuge können, damit eine funktionierende Kommunikation zwischen Mensch und Auto möglich ist?

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Alexander Mankowsky: Wir Menschen produzieren die meiste Zeit keine Unfälle, weil wir eine gegenseitige Empathie entwickeln. Wir lesen automatisch aus Bewegungen der anderen und stellen uns darauf ein. Das ist ein Prozess, der funktioniert unaufhörlich zwischen uns. Wenn wir selbstfahrenden Autos begegnen, funktioniert dieser Empathie-
aspekt aber nicht mehr. Denn für unseren Wahrnehmungsapparat ist keine biologische Bewegung zu erkennen. Wir müssen daher automatische Fahrzeuge so ausrüsten, dass wir unserem Wahrnehmungsapparat ermöglichen, die Intentionen des Fahrzeugs zu erahnen. Wir müssen den siebenten Sinn ermöglichen.

Wie kann so ein siebenter Sinn bei einem selbstfahrenden Fahrzeug aussehen?

Die Kommunikation mit Licht ist eine Möglichkeit. Das Fahrzeug zeigt durch Lichtsignale an, ob es beschleunigt oder abbremst. Der Blinker wird dann aber nicht mehr reichen. Es gibt auch exotische Varianten, dass der Wagen Anspannung im Sinne von Muskelanspannung darstellt. Wir Menschen orientieren uns unbewusst daran, wenn ein Hund zum Beispiel agitiert ist. Dann gehen wir da weg. Wenn der völlig entspannt ist, dann sehen wir das auch sofort, dann ist uns das egal. Wie weit ist die Forschung in dieser Frage bei Daimler?

Die Forschungsarbeiten gehen schon dahin, welche Charakteristiken Fahrzeuge zeigen müssen, damit unser siebenter Sinn funktioniert. Und damit der Umgang mit automatisierten Fahrzeugen sicherer und angenehmer verläuft. Man soll ja nicht alarmiert sein müssen, wenn so ein Fahrzeug auf einen zukommt. Die Kommunikation soll wie von selbst gehen, so wie es jetzt ja auch funktioniert. So wie wir uns jetzt auf der Straße oder einer Fußgängerzone bewegen, ohne gegeneinanderzustoßen.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-17 16:54:06
Letzte ─nderung am 2017-03-17 17:18:49



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