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Update: 14.04.2017, 16:05 Uhr

E-Mobilität

Mehr Strom für Öffi-Busse




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Von Bernd Vasari

  • Hamburg kauft ab 2020 nur noch Busse mit Elektroantrieb. In Wien soll bald der erste E-Bus in Betrieb gehen.

In Wien sollen künftig auch große Busse mit Strombügel zum Einsatz kommen. - © Wiener Linien/Zinner

In Wien sollen künftig auch große Busse mit Strombügel zum Einsatz kommen. © Wiener Linien/Zinner

Hamburg/Wien. Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind nach wie vor Ladenhüter. Zu geringe Reichweiten, zu teuer, zu schlecht ausgebaute Infrastruktur, klagen potenzielle Käufer. Die Stadt Hamburg lässt sich von diesen Argumenten aber nicht beeindrucken. Der politische Auftrag an die Öffi-Betreiber Hamburger Hochbahn ist klar. Ab 2020 dürfen nur noch strombetriebene Busse gekauft werden. Bis 2030 sollen in Hamburg alle 943 öffentlichen Busse mit Strom angetrieben werden.

Ein hehres Ziel. Schließlich sind heute gerade einmal 17 Busse in der norddeutschen Hansestadt unterwegs, die mit Strom betrieben werden. Heinrich Klingenberg zeigt sich dennoch optimistisch. Die derzeitige Erprobung der Ladeinfrastruktur auf der Buslinie 109 funktioniert, sagt der Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft zur Förderung innovativer Antriebe, HySolutions.

Hamburg gilt in Europa als Vorreiter, wenn es um emissionsfreie Antriebe im Öffi-Verkehr betrifft. Bereits 2003 wurden die ersten Brennstoffzellenbusse im Fahrbetrieb eingesetzt. Von diesen sei man in Hamburg aber wieder abgekommen, sagt Klingenberg. "Die Brennstoffzelle ist technisch komplexer und teurer, als Stromantrieb." Außerdem sei keine Serienentwicklung etablierter Bushersteller absehbar.

Nun sollen die CO2-Emissionen mittels Stromantrieb gesenkt werden. Laut derzeitigem Stand fahren die ersten Modelle etwa 150 Kilometer, bevor sie erneut geladen werden müssen. Bereits ab 2025 werde es aber Batteriebusse mit einer Reichweite von 200 bis 300 Kilometern geben, die sofort eingesetzt werden sollen. Ihre Ladeleistung beträgt dann bereits 150 Kilowatt. Auch in Wien wollen die Verkehrsbetriebe vermehrt auf E-Busse setzen. "Es gibt ein grundsätzliches Commitment, dass die Flotte ausgebaut wird", sagt Wiener Linien Sprecher, Dominik Gries.

Als nächsten Schritt sollen zwölf Meter lange E-Busse im Echtbetrieb getestet werden. Derzeit laufe noch die Ausschreibung für die Modelle. Auf welcher Buslinie sie dann eingesetzt werden, sei aber noch unklar. Dem Vernehmen nach wird es aber eine Innenstadtbuslinie sein.

Aufladung an den Endstationen

Man wolle das bisherige Konzept fortsetzen. Die beiden bereits eingesetzten kleineren E-Busse der Linien 2A und 3A erhalten ihre Energie per Zwischenaufladung. An den Endstellen wird dabei der Stromabnehmer in Form eines Bügels für ein paar Minuten zur Oberleitung hochgefahren. Voll aufgeladen werden die City-Busse dann über Nacht in der Garage.

Das System habe sich bewährt, sagt Gries. "Der Ladevorgang gestaltet sich sehr einfach, weil nichts angeschlossen werden muss." Es sei die sinnvollste Variante, da die Oberleitung ans Straßenbahnnetz angehängt werden könne, zumal Wien über das sechstgrößte Straßenbahnnetz der Welt verfüge. Es gebe daher viele Möglichkeiten, die E-Busse anzuschließen. Außerdem sei diese Variante äußerst wartungsarm. Induktives Laden mit Bodenplatten komme für die Wiener Linien in nächster Zeit nicht in Frage.

Einen vollständigen Umstieg der Busse auf Stromantrieb, so wie in Hamburg, wird es in Wien vorerst aber nicht geben. "Wir wollen nichts überstürzen", erklärt Gries. Weiterhin sollen auch dieselbetriebene Euro-6-Busse angeschafft werden. "Sie erfüllen die aktuelle Abgasnorm", betont Gries. Bis zur emissionsfreien Busflotte in Wien wird es also noch etwas dauern.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-14 15:57:05
Letzte nderung am 2017-04-14 16:05:09



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