• vom 04.08.2017, 21:01 Uhr

Unterwegs


Barrierefreiheit

Festgefahren




  • Artikel
  • Kommentare (5)
  • Lesenswert (16)
  • Drucken
  • Leserbrief





In den zehn Jahren, seit das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft getreten ist, gab es eine einzige Klage, die durchgegangen ist. Eine Bäckerei, die vorher barrierefrei war und nach dem Umbau nicht mehr. Auch Kadlec hat schon einmal geklagt. Vor gut einem Jahr gab es einen Zwischenfall in einem Eissalon. Es war ihm, aufgrund - wie könnte es anders sein - einer Eingangsstufe, nicht möglich in das Geschäft zu gelangen. Er musste draußen bleiben und wendete sich wegen Diskriminierung an den Klagsverband, ein Verein zur juristischen Unterstützung von Behinderten.

Es folgte eine Schlichtung, zu der die Besitzerin nicht erschien. Bevor es zur ersten mündlichen Verhandlung kam, zahlte die Besitzerin den geforderten Schadenersatz in Höhe von 1000 Euro. Für sie war die Sache damit vom Tisch. Für Kadlec jedoch stand nicht das Geld im Vordergrund - der erhaltene Schadenersatz wurde gespendet. Er hofft lediglich auf ein Umdenken seitens der Besitzerin und auf eine Beseitigung der Barriere.

Der Klagsverband fordert seit längerem ein Verbandsklagerecht und appelliert dabei regelmäßig an die Parlamentsparteien, um Menschen mit Behinderung ein effizienteres Rechtsinstrument zur Verfügung zu stellen. Wenn mehrere Personen betroffen sind, dann wäre es möglich, auf einen Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch zu klagen. Damit könnte erreicht werden, dass Diskriminierung in Zukunft unterlassen wird und Barrieren - wie Stufen oder zu schmale Türbreiten - entfernt werden. "Einzelklagen sind kein Fundament, um ein Land barrierefrei zu machen", ist sich Klagsverband Generalsekretär Volker Frey sicher. Und auch Kadlec hofft, dass das Verbandsklagerecht eines Tages seinem täglichen Hindernisparcours ein Ende setzt.

zurück zu Seite 1




5 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-04 17:48:08



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Knapper Bürgermeister
  2. Bankett der Menschenrechte
  3. Studieren mit Blick auf Wien
  4. Bauliche Endphase
  5. Ein königliches Wiener Hauszeichen
Meistkommentiert
  1. Bauliche Endphase
  2. "Es geht nicht ums Verbieten"
  3. Knapper Bürgermeister
  4. Kampf gegen die Angst
  5. Hilfe ohne viel Tamtam

Werbung



Rad

Radfahren im Winter

Das A und O für Winterradler

Überzeugte Radler kennen keine Winterpause. Aus vielerlei Hinsicht ist das Fahrrad auch im Winter das ideale Verkehrsmittel: Die Bewegung regt den... weiter




Alles rund ums Fahrrad

Radhaus beim Rathaus

Wien. Die Planungswerkstatt hinter dem Rathaus wird vom 12. April 2012 bis 25. Oktober 2012 zum Radhaus - zum offenen Haus fürs Radfahren... weiter






Werbung





Werbung


Werbung