• vom 23.03.2012, 18:12 Uhr

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Hohe Treibstoffpreise ändern Mobilitätsverhalten: Wiener Linien und ÖBB verzeichnen Zuwächse

Teurer Sprit - Auto bleibt stehen



Leere Autobahnen, volle U-Bahnen: Teurer Treibstoff zwingt viele zum Umsteigen. Fotos:Bilderbox, WL

Leere Autobahnen, volle U-Bahnen: Teurer Treibstoff zwingt viele zum Umsteigen. Fotos:Bilderbox, WL Leere Autobahnen, volle U-Bahnen: Teurer Treibstoff zwingt viele zum Umsteigen. Fotos:Bilderbox, WL

Ansturm auf Jahreskarte
Apropos Jahreskarte: Auf die gibt es schon jetzt einen regelrechten Ansturm - rund 8000Neukunden werden pro Monat registriert. "Das ist mehr als vier Mal so viel wie im Vorjahr", so die Wiener Linien. Und seit 2005 sei die Zahl der Dauerkartenbesitzer von 300.000 auf aktuell 380.000 Jahreskartenbesitzer angestiegen - ein Plus von 27Prozent.

Doch von den hohen Treibstoffpreisen dürfte auch das Fahrrad profitieren - zumindest im innerstädtischen Bereich: "Bei kürzeren Strecken ist das Rad eine Alternative zum Pkw. Beides passt ja sehr gut zusammen, weil es Individualverkehrsmittel sind", erklärt Christian Gratzer, Sprecher des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Und auf zwei Rädern würden selbst passionierte Autofahrer ihre Unabhängigkeit bewahren können. Auch dieser Trend lässt sich mit Statistiken belegen: Die Radverkehrs-Zählstellen der Stadt verzeichneten 2011 gegenüber dem Vorjahr Frequenz-Zuwächse von bis zu 20 Prozent; und das Wiener Gratisleihrad "Citybike" wurde im Vorjahr gleich um ein Drittel häufiger genutzt (570.000 Fahrten) als noch 2010.

Allerdings gibt es nicht überall in der Ostregion adäquate Alternativen zum Auto: "Bei uns weinen sich viele Kunden über die hohen Preise aus, weil ein Großteil regelrecht ans Auto gefesselt ist", berichtet Arbö-Sprecher Tom Woitsch. Zum einen gebe es Gebiete, wo es sich für Pendler gar nicht ausgehen würde, mit den Öffentlichen rechtzeitig in der Arbeit zu sein; zum anderen sei es mancherorts mangels Verbindungen unmöglich, umzusteigen.

Verkehrsmittel-Mix im Trend
Aber in vielen Fällen würden Pendler mittlerweile auf mehrere Verkehrsmittel zurückgreifen: "Ein Bekannter von mir fährt mit dem Auto zur Schnellbahn - steigt dann in Wien-Mitte aus, um mit dem Citybike an den Arbeitsplatz zu gelangen", erzählt Woitsch. Kopfzerbrechen würde vielen Mitgliedern neben den teureren Parkgebühren in Wien auch die mit Oktober geplante Ausweitung der Parkpickerl-Zonen bereiten. Von beiden Maßnahmen erwartet sich die rot-grüne Stadtregierung ja einen Lenkungseffekt weg vom Individualverkehr.

Woitsch rät übrigens dazu, jetzt noch schnell den Tank zu füllen, denn womöglich werde das Allzeit-Hoch vom 15. März (1,484Euro pro Liter Eurosuper) bald wieder übertroffen; zum Vergleich: Im März 2011 war Eurosuper noch um acht Prozent billiger.

Anders der VCÖ, der statt Jammern empfiehlt, der Realität ins Auge zu sehen: "Die Zeit des billigen Erdöls ist vorbei. Wir müssen uns daher darauf einstellen, uns in der Mobilität davon unabhängig zu machen", so Gratzer.




Schlagwörter

Verkehr, Wiener Linien, Ostregion

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Dokument erstellt am 2012-03-23 18:17:06


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