• vom 12.10.2007, 17:56 Uhr

International

Update: 03.05.2015, 21:27 Uhr

Deutschland

Ganztägiger Streik bei der Deutschen Bahn




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Jeder zweite Zug im deutschen Regionalverkehr stand am Freitag still
  • Lokführer der GDL legten Arbeit von 2 bis 24 Uhr nieder.
  • Verkehrschaos auf Schiene und Straße.
  • Weitere Streiks der Lokführer drohen ab Mittwoch.

Der Streik im Nah- und Regionalverkehr der DB verursachte rund um deutsche Großstädte massive Staus, da viele Pendler auf das Auto umsteigen mussten. Foto: reuters

Der Streik im Nah- und Regionalverkehr der DB verursachte rund um deutsche Großstädte massive Staus, da viele Pendler auf das Auto umsteigen mussten. Foto: reuters Der Streik im Nah- und Regionalverkehr der DB verursachte rund um deutsche Großstädte massive Staus, da viele Pendler auf das Auto umsteigen mussten. Foto: reuters

 Trotz eines für Montag angekündigten neuen Angebots der Bahn legten die deutschen Lokführer am Freitag für 22 Stunden die Arbeit nieder. Millionen Bahnkunden hatten wohl bis zuletzt gehofft, dass die Lokführergewerkschaft GDL den Streik nach einem Spitzengespräch zwischen GDL-Boss Manfred Schell und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn doch noch absagen könnten. Vielen blieb nichts anderes übrig, als auf das Auto umzusteigen, was rund um die deutschen Großstädte ein Verkehrschaos auslöste. Die Taxifahrer in den Innenstädten hingegen profitierten vom Bahnstreik, weil sie doppelt so viel Geschäft machten als an durchschnittlichen Tagen.

Auch der Bahnverkehr in Österreich war betroffen. Im grenzüberschreitenden Regionalverkehr habe es zum Teil Ausfälle gegeben, etwa auf den Strecken Salzburg-München und Innsbruck-München, sagte ÖBB-Sprecherin Karin Gruber der "Wiener Zeitung". Die S-Bahn zwischen Salzburg und Berchtesgaden sei nur bis zur Grenze gefahren, hieß es von den ÖBB (Österreichischen Bundesbahnen).

Werbung

In Deutschland stand laut DB jeder zweite Regionalzug und jede zweite S-Bahn still. Die Lokführergewerkschaft sprach sogar von 85 Prozent. "Der Streik ist ein voller Erfolg", sagte Schell. Die GDL, die seit Monaten bis zu 31 Prozent Lohn und einen eigenen Tarifvertrag (Kollektivvertrag) für das Fahrpersonal fordert, zeigte sich am Freitag nicht bereit, als Zeichen des guten Willens den Streik früher zu beenden. "Die Bahn hat von uns gefordert, den Arbeitskampf unverzüglich zu beenden. Das werden wir nicht tun", so die GDL.

Ausstände könnten in nächste Runde gehen
Die nächste Nervenprobe für die Bahnreisenden, aber auch für die DB und GDL droht bereits in Kürze. Zwar will die Bahn bis Montag ein neues Lohnangebot unterbreiten. Fraglich ist jedoch, ob es nahe genug an die hohen Forderungen der GDL herankommt, um die Gewerkschaft zum Einlenken zu bewegen. Die Lokführergewerkschaft plant für alle Fälle schon den nächsten Streik - für Mittwoch. Die Bahn hatte der GDL zuletzt rund zehn Prozent mehr Lohn geboten. Der Streik vom Freitag könnte nach Schätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der Bahn einen Schaden von rund 7 Mio. Euro zufügen, der Volkswirtschaft sogar bis zu 25 Mio. Euro.

Andere Gewerkschaften gegen die Lokführer
Der Streik der GDL sorgt auch für Unmut innerhalb der Bahn-Gewerkschaften. Neben der GDL gibt es noch die Transportgewerkschaft Transnet und die GDBA (Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwärter), die mehr als 100.000 Mitglieder aus allen Bereichen der DB vertreten. Transnet-Vorsitzender Norbert Hansen kritisierte die GDL scharf. "Das ist ein völlig überflüssiger Streik."

Bereits am 9. Juli hatte es eine Einigung zwischen der Bahn sowie Transnet und GDBA gegeben. Demnach bekommen die DB-Beschäftigten 4,5 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 600 Euro.




Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2007-10-12 17:56:54
Letzte nderung am 2015-05-03 21:27:55


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Österreicher sind ihrem Bargeld treu - Banken trotzdem unter Druck
  2. Mehr Milch am Markt
  3. Wolford drückt beim Sparen aufs Tempo
  4. IG Metall lässt bei Kritik an Thyssen-Tata-Plänen nicht locker
  5. Mehr Zuckerl für die private Pensionsvorsorge?
Meistkommentiert
  1. "Bio für alle ginge sich dreimal aus"
  2. Mehr Zuckerl für die private Pensionsvorsorge?
  3. Betriebsrat von Air Berlin rechnet mit Kündigungswelle
  4. 18 Monate für Rathgeber im Finanzskandal-Prozess
  5. Bawag reicht Scheidung von Post ein

Werbung



Quiz


Firmenmonitor







Werbung


Werbung