
Eine Rot-Weiß-Rot-Karte, die Nicht-EU-Bürgern eine Staatsbürgerschaft bzw. Arbeitsbewilligung in Aussicht stellt, sei notwendig. "So eine Karte, wie etwa die Green Card in den USA, hat sich in anderen Ländern bewährt. Wir müssen uns die Arbeitskräfte suchen, die wir brauchen." Das jetzige Modell des Zuzugs von ausländischen "Schlüsselkräften" hat sich nicht bewährt. Denn die Anforderungen bisher waren nicht nur ein unterschriebener Arbeitsvertrag, sondern ein Mindestgehalt von 2466 Euro brutto. "Das wird ganz schwer erreicht", berichtet Margit Kreuzhuber, Beauftragte für Integration und Migration in der Wirtschaftskammer (WKO). Über diese vom Gesetz vorgegebene Gehaltsvorstellung stolpern Jungakademiker genauso wie diplomiertes Pflegepersonal aus den Philippinen.
Und selbst wenn sich jemand für Österreich interessiert, gibt es bisher im Internet dazu kaum Informationen.
Punktesystem fürRot-Weiß-Rot-Karte
Die Wirtschaftskammer schlägt daher eine Webseite vor, die Menschen einlädt, ihre Chancen auf die Rot-Weiß-Rot-Karte gleich selbst zu testen. "Insgesamt gibt es 100 erreichbare Punkte. 71 Punkte sind die Mindestanforderung", erklärt Leitl den konkreten Vorschlag der Kammer. Kriterien sollen die Qualifikation, das Alter, die Berufserfahrung und der Bedarf am österreichischen Arbeitsmarkt sein. Auch Deutschkenntnisse sind ein Kriterium, aber nicht unbedingt notwendig - wenn man auch so die notwendige Punkteanzahl erreicht. Daneben soll es für die "Top-Elite" noch eine zweite Möglichkeit für einen Arbeitsmarktzugang geben. "Für solche Leute muss der rote Teppich ausgerollt werden. Diese können für ein gewisses Zeitfenster nach Österreich kommen und sich umschauen. Ein konkretes Jobangebot ist hier nicht notwendig", so Kreuzhuber. In beiden Modellen soll der Ehegatte sofort nachziehen dürfen und ebenfalls sofort einen Arbeitsmarktzugang bekommen.
Durch diese Vorschläge hofft die Wirtschaftskammer, das Bildungsniveau der in Österreich ansässigen Migranten zu heben. Derzeit liegt die Akademikerquote in dieser Bevölkerungsschicht bei 11,3 Prozent. Leitl: "Damit sind wir im OECD-Vergleich das Schlusslicht."