Wien/Paris/Berlin.

Ähnlich wie Merkel argumentiert auch Maria Fekter, die österreichische Finanzministerin. Im Fall von Eurobonds kämen auf Österreich sofort höhere Zinszahlungen zu. Im ORF-Radio sprach Fekter am Dienstag von "mehreren Milliarden, die uns das kostet". Aus ihrer Sicht ist die Eurozone "noch nicht bereit für Eurobonds". Voraussetzung dafür sei eine engere Zusammenarbeit in Budget- und Wirtschaftsfragen, betonte Fekter. Und davon sei man in Europa noch weit entfernt. Auch Bundeskanzler Werner Faymann hat sich erst kürzlich gegen Eurobonds ausgesprochen.
Beim Treffen von Sarkozy und Merkel in Paris ist das Thema Eurobonds offiziell nicht auf der Agenda gestanden. Trotzdem dürfte es von Sarkozy zumindest angeschnitten worden sein. Die EU-Kommission hält Eurobonds zwar für eine "interessante Idee", die Zeit für eine solche politische Debatte aber noch nicht für reif.
Besseres Management
Merkel und Sarkozy wollten bei ihrem Treffen - ein Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch aus - eine Liste von Vorschlägen erarbeiten, die sie dann EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy unterbreiten. Dieser hatte auf dem Euro-Sondergipfel am 21. Juli den Auftrag erhalten, bis Oktober ein umfassendes Konzept für die bessere Zusammenarbeit in der Eurozone vorzulegen. Die bessere Koordinierung wird als Voraussetzung für eine dauerhafte Stabilisierung der Eurozone angesehen.
Auch die mögliche Umsetzung nationaler Schuldenbremsen in den Euroländern war bei dem Meeting in Paris Gesprächsgegenstand. Laut Regierungskreisen in Berlin könnte damit die Koordinierung und die Stabilitätskultur in der Eurozone entscheidend gestärkt werden.
Die Europäische Zentralbank hat zuletzt für 22 Milliarden Euro Staatsanleihen von Euroländern gekauft - von welchen sie in der Woche bis 12. August Bonds am Markt erworben hat, teilte sie nicht mit. Es dürften aber vor allem Papiere von wackelnden Eurostaaten wie Italien und Spanien gewesen sein.
Unterdessen hat die Ratingagentur Fitch die Top-Bonität der USA bestätigt: Die Kreditwürdigkeit liege nach wie vor bei "AAA", was die höchste Ratingnote ist. Der Ausblick für das Rating ist "stabil". Damit folgt Fitch nicht der größten Ratingagentur S&P (Standard & Poors), die den USA Anfang August die Bestnote entzogen und - bei negativem Ausblick um eine Note auf "AA+" gesenkt hatte.