• Artikel vom 31.08.2011, 17:08 Uhr

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Alternatives Länder-Rating misst Willen zum Schuldenabbau


  • Schweizer Forscher: Fähigkeit, Staatsschulden zurückzuführen, hängt von Bereitschaft der Bürger ab.

Zürich. Schweizer Wirtschaftsforscher haben ein neues Ratingsystem für Staaten entwickelt, das die Bereitschaft von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Abbau der Staatsschulden misst. "Die Fähigkeit, Staatsschulden zurückzuführen, hängt nämlich zuerst von der Bereitschaft der Bürger ab, harte Spaßmaßnahmen, Steuererhöhungen und Vermögensabgaben zu akzeptieren", erklärte der Leiter des Basel Institute of Commons and Economics, Alexander Dill, am Mittwoch. Deutschland und den USA trauen die Forscher dies nicht zu: Sie schneiden in der Rangliste deutlich schlechter ab als nach der herkömmlichen Systematik der großen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch.

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  Von S&P werden 19 Staaten mit einem "Triple-A" (AAA) bewertet. Die Schweizer Forscher vergeben die Bestnote "AAA" nur an Norwegen, gefolgt von der Schweiz, Liechtenstein und Schweden, die jeweils auf "AA+" kommen. Australien erreicht ein "AA". Deutschland bekommt dagegen nur ein "BBB". Die USA, die von S&P vor kurzem von großen Schlagzeilen begleitet auf "AA+" herabgestuft worden waren, stehen mit "CCC" bei den Baselern am niedrigsten im Kurs.

  Staatsschulden seien künftig stärker unter dem Gesichtspunkt zu sehen, ob eine stabile Realwirtschaft mit hoher Wertschöpfung und das sogenannte "Sozialkapital" der Gesellschaft die Rückzahlung von Staatsanleihen und Krediten erlauben, argumentiert der Philosoph und Soziologe Dill. 70 Prozent des Ratings des Basel Institute macht daher auch das Sozialkapital aus. Je weniger die Bürger bereit seien, ihren Staat mit Steuern oder Abgaben zu unterstützen, desto geringer sei die Wahrscheinlichkeit einer Schuldentilgung. Statistiken zur Wirtschaftsentwicklung ließen sich zu sehr manipulieren und flößen deshalb nur mit 30 Prozent in die Bewertung ein.



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Dokument erstellt am 2011-08-31 17:08:32


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