
Washington. Die nächste Milliardenzahlung aus dem Griechenland-Hilfspaket der Europäer und des IWF wird nach Einschätzung des deutschen Finanzstaatssekretärs Jörg Asmussen vermutlich weiter auf sich warten lassen. Angesichts der Verzögerungen bei der Prüfaktion der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission "sehe ich nicht, dass die anstehende Eurogruppe auf ihrer Sitzung am 3. Oktober über die sechste Trance entscheiden wird", sagte der aussichtsreiche Kandidat für den Posten des EZB-Chefvolkswirts am Sonntag auf einem Empfang der Staatsbank KfW am Rande der IWF-Jahrestagung in Washington. Er machte noch einmal deutlich, dass durchaus noch nicht gesichert ist, dass diese Milliardengelder am Ende auch tatsächlich fließen werden.
"Solidarität ist keine Einbahnstraße", mahnte Asmussen. Die europäischen Partner und der IWF hätten dem Land nur unter der Bedingung Finanzhilfen zugesagt, dass es Anpassungen in der Wirtschafts- und Finanzpolitik vornehme. Entscheidend sei nun, was die Troika-Mission zur Einhaltung dieser griechischen Zusagen befinde. "Die nächste Zahlung (aus dem Hilfspaket) wird es nicht geben, bevor die Troika-Mission abgeschlossen ist und auch nicht, wenn sie nicht von den Maßnahmen überzeugt ist, die Griechenland ergriffen und umgesetzt hat", sagte Asmussen.
Zudem widersprach er Erwartungen, dass der Anleihentausch, der Teil des geplanten zweiten Hilfspakets für Griechenland und der das Instrument für die umstrittene Beteiligung der privaten Banken an den Hilfen ist, schon bald umgesetzt wird. "Ich war überrascht über eine Erklärung, die hier in Washington abgegeben worden ist, nach der der Anleihentausch zur Vorbereitung der Privatbeteiligung Mitte Oktober laufen soll", erklärte der Staatssekretär. "Das ist reine Spekulation, denn ein solches fixiertes Datum gibt es noch nicht", stellte er klar.