• Artikel vom 29.07.2010, 19:09 Uhr

International

  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Bis 2014 wächst die heimische Wirtschaft im Schnitt um zwei Prozent, erwarten die IHS-Wirtschaftsforscher

Moderates Wachstum - Dämpfer durch Schulden


  • Plädoyer für Konsolidierung des Staatshaushaltes.
  • Große Unsicherheiten bleiben.
  • Wien. Österreichs Wirtschaft schwenkt nach dem stärksten Einbruch der Weltwirtschaft seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder auf einen moderaten Wachstumskurs ein. In den Jahren 2010 bis 2014 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr zulegen, prognostiziert das Institut für Höhere Studien (IHS) in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.
  • Analyse: Keine Angst: Die Panik vor Teuerung war dank der EZB-Statuten verfrüht

Mr. IHS: Bernhard Felderer und sein Team sehen die heimische Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren real um durchschnittlich jeweils 2 Prozent wachsen. Foto: apa

Mr. IHS: Bernhard Felderer und sein Team sehen die heimische Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren real um durchschnittlich jeweils 2 Prozent wachsen. Foto: apa Mr. IHS: Bernhard Felderer und sein Team sehen die heimische Wirtschaft in den nächsten fünf Jahren real um durchschnittlich jeweils 2 Prozent wachsen. Foto: apa

Insgesamt fällt damit das jährliche Wachstum um 0,4 Prozentpunkte kräftiger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (2005 bis 2009) aus.

Werbung

Generell ist die Abschätzung der konjunkturellen Entwicklung mit großen Unsicherheiten behaftet, betont das Institut. Die Situation auf den Finanzmärkten bleibe nämlich weiterhin angespannt. Und eine Ausweitung der Vertrauenskrise würde die konjunkturelle Erholung gefährden.

Defizit 2014 eingedämmt

Die stark gestiegenen staatlichen Defizite und die in kurzer Zeit enorm angewachsenen Schuldenstände könnten die mittelfristige Wachstumsdynamik spürbar dämpfen. Darüber hinaus könnten von der Rezession auch negative Auswirkungen auf das Produktionspotenzial ausgehen. Dieses dürfte gegenwärtig in Österreich auf 1,5 Prozent gesunken sein, haben die Experten errechnet.

Aus Sicht des Instituts ist die geplante Konsolidierung des Staatshaushaltes unbedingt notwendig. Die Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass die Defizitquote pro Jahr um jeweils rund einen halben Prozentpunkt abgesenkt werden kann. Ende 2014 läge damit die Defizitquote wieder unter der 3-Prozent-Marke. Bei der Budgetkonsolidierung sei primär bei der Ausgabenseite anzusetzen.

Einen "deutlichen Beitrag" soll der öffentliche Dienst leisten, fordert das IHS in der Studie, die der APA vorliegt. Das Spektrum der Möglichkeiten reiche dabei von einer Gehaltsanpassung unter der Inflationsrate bzw. nur bei den niedrigen Gehaltsgruppen bis zu einer Null-Lohnrunde und dem Aussetzen von Vorrückungen.

Exporte erholen sich

Das Institut erwartet eine im Großen und Ganzen stabile Preisentwicklung, wobei ein durchschnittlicher Rohölpreis von knapp 90 US-Dollar angenommen wird. Die Verbraucherpreise dürften durchschnittlich um 1,8 Prozent steigen.

Im Prognosezeitraum wird eine durchschnittliche Wachstumsrate des Konsums der privaten Haushalte von 1,2 Prozent erwartet. Damit folgt der Konsum in etwa der Dynamik der verfügbaren Einkommen, wobei die Sparquote im Prognosezeitraum marginal rückläufig ist, heißt es.

Die Exportwirtschaft sollte sich erholen, die realen Exporte in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich 5,8 Prozent zunehmen. Die realen Importe werden pro Jahr um knapp 5 Prozent zulegen. Insgesamt gesehen geht vom Außenhandel damit wiederum ein markanter positiver Wachstumsbeitrag aus, so das IHS.

Die Arbeitsmarktentwicklung dürfte deutlich positiver als befürchtet ausfallen, die Beschäftigungsnachfrage pro Jahr um rund 0,75 Prozent zunehmen. Die Arbeitslosigkeit sollte stetig zurückgehen und die Arbeitslosenquote am Ende des Prognosezeitraums 6,7 Prozent betragen.



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2010-07-29 19:09:13
Letzte Änderung am 2010-07-29 19:09:00

Beliebte Inhalte



Ex-Hypo-Boss Wolfgang Kulterer (Bild), sein früherer Vize Günter Striedinger und zwei Mitangeklagte wurden in erster Instanz zu 3,5 bis 4,5 Jahren Haft verurteilt. Sie wollen berufen. - © APA/GERT EGGENBERGER
  • Strafurteil könnte Bank bei Klage auf Schadenersatz das Leben schwer machen.
  • weiter

  • RBI verdoppelt Quartalsgewinn auf 541 Millionen Euro - Ungarn schmerzt.
  • weiter

Auch die Schweizer Nationalbank werde viel zu tun haben, denn der Druck auf den Schweizer Franken werde im Falle einer "unkontrollierten Situation" steigen. - APAweb
  • Angesichts der politischen Wirren in Griechenland gibt es auch in der Euro-Zone Planspiele für eine Zukunft ohne Griechenland.
  • weiter

Wird der griechische Euro wieder zur Drachme? Für gar nicht so wenige Beobachter ist diese Variante durchaus denkbar. - APAweb / dapd / Daniel Maurer
  • Ein Gedankenspiel, neuerdings als "Szenario" bezeichnet.
  • weiter

Wien. (hdt) Attila Dogudan ist bester Laune: "Bis zum Schnitzel gehen die Turbulenzen nicht." Sein an den Börsen Wien und Istanbul notierter Caterer...weiter




Werbung




Noch wird gebaut, ab 2013 sollen 25.000 Studierende am WU-Campus Vorlesungen besuchen und sich austauschen.

26.05.2012 - Die Bildkombo zeigt Besucher des 21. Wave-Gotik Festivals in Leipzig. Für die Gothics gibt es bis Pfingstmontag (28.05.2012) ein Programm mit mehr als 200 Künstlern an den verschiedensten Veranstaltungsorten quer durch die Stadt. Der Veranstalter rechnet mit rund 20.000 Besuchern, darunter auch Gästen aus Japan, Australien und Argentinien. Pallas Athene, 1898
Gustav Klimt
Öl auf Leinwand

Vergessenes wurde wiederentdeckt. Im Naturhistorischen Museum freut man sich über die Belebung des Museums durch die Arbeit des Künstlers Daniel Spoerri. (Im Bild: "Austernschabracken-Pferdeskelett-Spießbock-Kümmerer" von Spoerri.) Blick auf das Werk "Sevilla-Series, No. 1, Tapir" des Künstlers Daniel Spoerri im Rahmen der Ausstellung "ein inkompetenter Dialog?" im Naturhistorischen Museum in Wien. Die Ausstellung ist vom 23. Mai bis 17. September 2012 zu sehen. (21. Mai)
Siehe auch: http://bit.ly/JrMvnU

Werbung