
Insgesamt fällt damit das jährliche Wachstum um 0,4 Prozentpunkte kräftiger als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (2005 bis 2009) aus.
Generell ist die Abschätzung der konjunkturellen Entwicklung mit großen Unsicherheiten behaftet, betont das Institut. Die Situation auf den Finanzmärkten bleibe nämlich weiterhin angespannt. Und eine Ausweitung der Vertrauenskrise würde die konjunkturelle Erholung gefährden.
Defizit 2014 eingedämmt
Die stark gestiegenen staatlichen Defizite und die in kurzer Zeit enorm angewachsenen Schuldenstände könnten die mittelfristige Wachstumsdynamik spürbar dämpfen. Darüber hinaus könnten von der Rezession auch negative Auswirkungen auf das Produktionspotenzial ausgehen. Dieses dürfte gegenwärtig in Österreich auf 1,5 Prozent gesunken sein, haben die Experten errechnet.
Aus Sicht des Instituts ist die geplante Konsolidierung des Staatshaushaltes unbedingt notwendig. Die Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass die Defizitquote pro Jahr um jeweils rund einen halben Prozentpunkt abgesenkt werden kann. Ende 2014 läge damit die Defizitquote wieder unter der 3-Prozent-Marke. Bei der Budgetkonsolidierung sei primär bei der Ausgabenseite anzusetzen.
Einen "deutlichen Beitrag" soll der öffentliche Dienst leisten, fordert das IHS in der Studie, die der APA vorliegt. Das Spektrum der Möglichkeiten reiche dabei von einer Gehaltsanpassung unter der Inflationsrate bzw. nur bei den niedrigen Gehaltsgruppen bis zu einer Null-Lohnrunde und dem Aussetzen von Vorrückungen.
Exporte erholen sich
Das Institut erwartet eine im Großen und Ganzen stabile Preisentwicklung, wobei ein durchschnittlicher Rohölpreis von knapp 90 US-Dollar angenommen wird. Die Verbraucherpreise dürften durchschnittlich um 1,8 Prozent steigen.
Im Prognosezeitraum wird eine durchschnittliche Wachstumsrate des Konsums der privaten Haushalte von 1,2 Prozent erwartet. Damit folgt der Konsum in etwa der Dynamik der verfügbaren Einkommen, wobei die Sparquote im Prognosezeitraum marginal rückläufig ist, heißt es.
Die Exportwirtschaft sollte sich erholen, die realen Exporte in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich 5,8 Prozent zunehmen. Die realen Importe werden pro Jahr um knapp 5 Prozent zulegen. Insgesamt gesehen geht vom Außenhandel damit wiederum ein markanter positiver Wachstumsbeitrag aus, so das IHS.
Die Arbeitsmarktentwicklung dürfte deutlich positiver als befürchtet ausfallen, die Beschäftigungsnachfrage pro Jahr um rund 0,75 Prozent zunehmen. Die Arbeitslosigkeit sollte stetig zurückgehen und die Arbeitslosenquote am Ende des Prognosezeitraums 6,7 Prozent betragen.