Wien. (rb) Die Griechen sind nicht die Einzigen, die dieser Tage gespannt nach Brüssel blicken. Auch die Iren warten auf die Beschlüsse, die die EU-Regierungschefs aller Voraussicht nach am Mittwoch präsentieren werden.
Die Bewohner der grünen Insel sind dabei optimistisch: "Die Iren erwarten keinen Haircut, sondern wollen rasch wieder an die Finanzmärkte zurückkehren", sagte der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Irland, Wilhelm Nest. Irland habe Angst vor einem Schuldenschnitt, denn dies wäre kein gutes Signal für die Märkte. Die Bonität des Landes würde - wie von der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) bereits angedeutet - darunter leiden und das Ziel, bis 2013 wieder an die Finanzmärkte zurückkehren, wäre dann wohl nicht erreichbar.
Dass Irland in den letzten Monaten immer stärker aus den Medien verschwunden ist, sei Zeichen, dass an den Finanzmärkten wieder Vertrauen zurückgewonnen werden konnte. Irland sei nicht mit Griechenland oder Südosteuropa vergleichbar, meinte Nest. Seit der Krise habe sich das Land makroökonomisch sehr gut entwickelt, die Wettbewerbsfähigkeit sei gestiegen. Löhne und Preise seien hingegen gesunken. Der private Konsum sei - wie die Bauinvestitionen auch - weiter rückläufig. Getragen wird das Wachstum, das im zweiten Quartal bei 1,6 Prozent lag, fast ausschließlich von den Exporten.
Weniger Wachstum
Ob das Krisenland das Tempo beibehalten kann, wird sich weisen. Die Troika rechnet zumindest nicht damit. Erst vor wenigen Tagen hat sie die Wachstumsaussichten gedämpft. Die Verlangsamung der Entwicklung bei wichtigen Handelspartnern kühle das Exportwachstum ab, heißt es im Vierteljahresbericht von IWF, EU-Kommission und EZB.