• vom 22.11.2011, 18:26 Uhr

International


USA

China rügt USA wegen "Schulden-Bombe"




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Spar-Komitee gescheitert - US-Anleihen trotzdem bei Investoren begehrt.

Lange Gesichter im Super-Komitee: (v.l.n.r.) die Co-Vorsitzenden Jeb Hensarling und Patty Murray - hier mit den Mitglieder Jon Kyl, Max Baucus, Rob Portman und John Kerry. - © dapd

Lange Gesichter im Super-Komitee: (v.l.n.r.) die Co-Vorsitzenden Jeb Hensarling und Patty Murray - hier mit den Mitglieder Jon Kyl, Max Baucus, Rob Portman und John Kerry. © dapd

Washington/Wien. (mel/reu) China ist der größte Auslandsgläubiger der USA - und als solcher zunehmend besorgt darüber, dass das politische Patt zwischen Demokraten und Republikanern eine Sanierung des Staatshaushalts verhindert. Die Vereinigten Staaten würden eine "tickende Schulden-Bombe" ignorieren, hieß es am Dienstag in chinesischen Staatsmedien. Zuvor hatte in Washington das sogenannte "Super-Komitee" aus Vertretern der beiden Parteien, das das US-Defizit senken hätte sollen, sein Scheitern eingestanden.

Offenbar waren die politischen Gräben unüberwindlich: Die Republikaner lehnen Steuererhöhungen ab, die Demokraten wollen zu tiefe Einschnitte ins Sozialsystem vermeiden. Festgelegt ist, dass bei einem Scheitern des Super-Komitees ab 2013 automatische Kürzungen von Ermessensausgaben im Umfang von letztendlich mehr als 1200 Milliarden US-Dollar einsetzen, die die jeweiligen Interessen der beiden Parteien in etwa gleich stark betreffen.

Werbung

Gerangel um Aufweichung
Hier hat das Gerangel um eine Aufweichung freilich schon begonnen: Vertreter der Republikaner wollen verhindern, dass tatsächlich rund 600 Milliarden Dollar aus dem Verteidigungsbudget gestrichen werden. US-Präsident Barack Obama kündigte umgehend ein Veto gegen jede Änderung an. Er wirft den Republikanern vor, schuld am Versagen des Super-Komitees zu sein. Freilich warnt auch Obamas eigener Verteidigungsminister Leon Panetta davor, dass die Kürzungen eine Bedrohung für die nationale Sicherheit sein könnten.

Sollten die bereits festgelegten automatischen Kürzungen tatsächlich aufgeweicht werden, dürften auch die Ratingagenturen schärfer reagieren als bisher: Das Scheitern des Super-Komitees ist für Standard & Poor’s sowie Moody’s noch kein unmittelbarer Grund für eine Senkung der Bonitätsnote der USA. Einzig Fitch überdenkt die bisherige Einstufung - die allerdings die positiv-ste der drei Agenturen ist. Nun könnte sie in einem ersten Schritt die Bestnote Triple-A mit einem negativen Ausblick versehen.

Trotz der Schuldenmisere ist das Interesse der Investoren an US-Staatsanleihen ungebrochen: Die Kurse stiegen am Dienstag zu Handelsbeginn sogar leicht, die Renditen - quasi die Zinsen - zehnjähriger US-Schuldpapiere lagen bei komfortablen 1,955 Prozent. Grund dafür dürfte die Abschwächung des Wirtschaftswachstums sein. Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal nur mit einer - auf das Jahr hochgerechneten - Rate von 2 Prozent gewachsen. Ursprünglich war mit 2,5 Prozent gerechnet worden. Trübt sich die Wirtschaft ein, kaufen Investoren lieber Anleihen als volatile Aktien.




Schlagwörter

USA, Demokraten

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2011-11-22 18:32:16



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. RZB braucht höhere Kapitalquote - viele Baustellen
  2. Empörung über Pharmabranche
  3. Facebook greift auf WhatsApp-Daten zu
  4. Ein-Euro-Jobs: WKÖ unterstützt AK-Prämienidee
  5. Heuer nur halber Gewinn für Uniqa
Meistkommentiert
  1. Jede zweite Firmenpleite geht auf die Kappe der Chefs
  2. Alle Räder stehen still
  3. Japans Wirtschaft wächst nicht
  4. Quo vadis Freihandel?
  5. VW hofft im Streit mit Zulieferern auf Verhandlungslösung

Werbung



Quiz


Firmenmonitor