• vom 25.11.2011, 17:58 Uhr

International

Update: 25.11.2011, 18:12 Uhr
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China versucht mit einer Stop-and-Go-Kreditvergabe das Wachstum zu dämpfen

China und die Schulden der Provinzen



  • Auf Pump: die Infrastrukturprojekte als Krisen-Gegengift in China.

Shanghai.

Ein eindrucksvolles Bild: die Skyline von Shanghai.

Ein eindrucksvolles Bild: die Skyline von Shanghai.© REUTERS Ein eindrucksvolles Bild: die Skyline von Shanghai.© REUTERS

(wak) Die riesigen Infrastrukturprojekte im Reich der Mitte haben China über die Wirtschaftskrise hinübergerettet. Doch der Eindruck der Unverwundbarkeit täuscht. Die Städte und Provinzen mussten unter dem Druck der Zentralregierung eben jene Projekte finanzieren und dementsprechend Kredite aufnehmen. "Laut Schätzungen in Peking beläuft sich deren Verschuldung auf 1500 Milliarden Euro", erklärt der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Shanghai, Raymund Gradt. Das wären rund 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die chinesische Zentralbank geht davon aus, dass mindestens 13 Prozent davon nicht zurückgezahlt werden können.

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Jetzt drehte die Zentralregierung im aktuellen Fünf-Jahres-Plan einen Geldhahn der Provinzen ab: China will in Zukunft vermehrt in Sozialwohnungen investieren. Das wiederum bedeutet, dass weniger in den privaten Wohnbau investiert wird. Diese Immobilien waren aber die Hauptgeldquelle für die Provinzen, denn der Verkauf des Grundes floss in die jeweilige Kasse.

Trotz der rapide steigenden Zahl an Wohnblöcken (die oftmals leer stehen), nimmt die Wohnungsnot aber zu, erzählt Gradt. Denn die Preise steigen noch immer an. "Für Chinesen ist der Besitz von Eigentumswohnungen eine der wenigen Wertanlagemöglichkeiten", so Gradt: Noch immer dürfen Chinesen ihr Geld nicht im Ausland anlegen. Dass leerstehende Büros und Wohnungen demnächst zu einem klassischen Immobilienkrach führen werden, glaubt Gradt nicht, "weil ein guter Teil davon mit Eigenkapital finanziert ist, nicht mit Krediten".

Absichtliche Kreditklemme führte zu Protest
Im Oktober wurden die offiziellen Daten für 2011 veröffentlicht, das Land werde um 9 Prozent wachsen. Das enttäuschte zwar einige Analysten, die weiter auf zweistellige Wachstumsraten gehofft hatten, doch diese 9 Prozent liegen deutlich über den eigentlich von China anvisierten 7 Prozent. Man wollte die Wirtschaft schließlich abkühlen lassen. "Das hat man natürlich vor allem über eine Verknappung der Kredite gemacht. Doch da wurde anfangs zu radikal gehandelt", meint Gradt: In einer der Provinzen wurden etwa schließlich gar keine Kredite mehr vergeben, bis dann öffentlichkeitswirksam die vier bekanntesten Unternehmer der Region abgewandert sind. Daraufhin musste China die Kredite wieder etwas lockern. Das bestätigt auch der aktuelle China-Bericht von Raiffeisen Research: Die Kreditklemme sei im Abklingen.




Schlagwörter

AWO, Shanghai, WKO, Konjunktur, China

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-11-25 18:02:08
Letzte Änderung am 2011-11-25 18:12:39


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