• vom 24.06.2010, 17:40 Uhr

International

Update: 24.06.2010, 20:22 Uhr

Wien - Salzburg um den halben Preis




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Von Franz Steinbauer

  • Westbahn will bei Bahn-Tickets billiger als Bundesbahnen sein.
  • ÖBB-Konkurrent bedient ab Dezember 2011 die Strecke Wien-Salzburg.
  • Wien. Die private Eisenbahngesellschaft Westbahn hat ihre Pläne in einem entscheidenden Punkt geändert: Der künftig wohl wichtigste Mitbewerber der Bundesbahnen auf der Parade-Strecke Wien-Salzburg beabsichtigt nun, dass die Kunden nur die Hälfte vom ÖBB-Vollpreis bezahlen müssen.

Am 11. Dezember 2011 soll der erste Zug Fahrgäste befördern - für das Startjahr 2011/12 peilt das Unternehmen rund fünf Millionen Passagiere an. Foto: Spirit Design

Am 11. Dezember 2011 soll der erste Zug Fahrgäste befördern - für das Startjahr 2011/12 peilt das Unternehmen rund fünf Millionen Passagiere an. Foto: Spirit Design Am 11. Dezember 2011 soll der erste Zug Fahrgäste befördern - für das Startjahr 2011/12 peilt das Unternehmen rund fünf Millionen Passagiere an. Foto: Spirit Design

"Die Bahnreisenden werden bei uns gleich viel zahlen wie bei den ÖBB mit der Vorteilscard", sagte Westbahn-Manager Stefan Wehinger der "Wiener Zeitung". Aber mit dem Unterschied, dass man eben keine Vorteilscard extra kaufen müsse.


Im November 2009 hatte es noch geheißen, dass die Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner, Wehinger und Privatinvestoren gehörende Westbahn "immer zum gleichen Preis anbieten" werde wie die Bundesbahnen. Man wolle die Preissprünge der ÖBB mitmachen, so Wehinger damals.

Mit mehr Sauberkeit und gutem Service

Punkten will die Privatbahn jedenfalls mit sehr gutem Service und Sauberkeit: Der Bauindustrielle Haselsteiner und Wehinger kündigten an, dass es in jedem Waggon ein Bistro sowie nach Geschlechtern getrennte Toiletten geben werde. "Es ist eine Zumutung für jede Dame, ein Scheißhäusel der ÖBB zu benutzen - und auch für viele Männer", so Haselsteiner bei einer Podiumsdiskussion mit dem langjährigen Chef der Schweizerischen Bundesbahnen Benedikt Weibel, der bei der Westbahn Aufsichtsratschef ist.

Die ÖBB hätten die Weststrecke zwischen Wien und Salzburg in den vergangenen Jahren vernachlässigt, erklärte Weibel. Natürlich picke sich die Westbahn die "Rosinen" heraus, räumte er ein. Aber: "Die ÖBB selber pickt sie ja nicht." Bauunternehmer Haselsteiner wiederum gab zu, dass er keine Eisenbahnkenntnisse vorweisen könne: "Ich verstehe nichts von Bahn." Aber deshalb habe er Wehinger geholt, der früher einer der Chefs im ÖBB-Personenverkehr war.

Unternehmen könnte bald Gewinn einfahren

Im Endausbau sind bei der Privatbahn 250 Mitarbeiter vorgesehen, 220 davon für den direkten Kundenkontakt, 30 für die Verwaltung. In jedem der Waggons soll es einen eigenen Zugbegleiter geben. Gefahren wird mit sieben Zügen der Marke Stadler, die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 120 Millionen Euro. Im ersten Jahr will Wehinger fünf Millionen Passagiere befördern, laut Westbahn-Website könnte die Gewinnzone 2014/15 erreicht werden. Die Fahrzeit Wien-Salzburg soll bei sieben Halten rund 2 Stunden 50 Minuten betragen, man ist damit ungefähr gleich schnell wie die ÖBB. Der erste Zug wird am 11. Dezember 2011 abfahren.

Schützenhilfe bekommt die Westbahn von der EU: Österreich wurde von der Kommission in Brüssel vor dem Europäischen Gerichtshof wegen der mangelnden Umsetzung der Eisenbahnliberalisierung geklagt.



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Dokument erstellt am 2010-06-24 17:40:33
Letzte Änderung am 2010-06-24 20:22:00


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