Madrid. Die nicht abreißende Wirtschaftskrise hat in Spanien zwischen 2009 und 2010 über eine Million Menschen in die Armut gestürzt. Das ergab eine Studie der spanischen Vereinigung gegen Armut und soziale Ausgrenzung (EAPN).
Die zunehmende Arbeitslosigkeit, die mittlerweile in Spanien einen Rekordstand von fast 22 Prozent erreicht hat, sowie sinkende Gehälter, Einkünfte und Sozialleistungen hätten zwischen 2009 und 2010 rund eine Million Spanier in die Armut gestürzt beziehungsweise an die Armutsgrenze gebracht, so die am Dienstag in verschiedenen spanischen Zeitungen veröffentlichte EAPN-Studie. Damit befänden sich seit dem Beginn der Wirtschaftskrise 2008 bereits 11,6 Millionen Spanier, rund 25,5 Prozent der gesamten Bevölkerung, in einer wirtschaftlichen ernsten Lage.
Die finanzielle Situation der von der Wirtschaftskrise betroffenen Personen habe sich im untersuchten Zeitraum besonders in den Mittelmeerregionen Katalonien, Murcia und in Andalusien sowie in der Extremadura und in der spanischen Enklave Melilla in Nordafrika verschlimmert. Während Melilla und die Extremadura von jeher zu Spaniens strukturschwächsten Regionen gehören, wurden die touristischen Mittelmeerregionen vor allem vom Platzen der Immobilienblase 2008 heimgesucht. Der Bausektor war mit Blick auf Ferienimmobilien einer der wichtigsten Wirtschaftspfeiler in den Küstenregionen.