Brüssel.

Doch in Europa werden diese Rohstoffe nur zu einem geringen Teil gefördert. Die meisten Vorkommen finden sich außerhalb - in China, Russland oder auch Australien. Während die Herkunftsländer sich die Ware teils teuer abkaufen lassen wollen, müht sich die EU um eine Strategie, die Spekulation auf den Rohstoffmärkten einzudämmen.
Handelsfragen werden jedenfalls auf der Agenda stehen, wenn in der kommenden Woche Vertreter der Union und Chinas zu einem Gipfeltreffen in Peking zusammenkommen. Dabei hat China im internationalen Ressourcenstreit erst in der Vorwoche eine Niederlage hinnehmen müssen: Peking darf seine restriktive Exportpraxis nicht aufrechterhalten. Die Welthandelsorganisation (WTO) kam zu dem Schluss, dass die Ausfuhrbeschränkungen bei Rohstoffen wie Zink und Magnesium illegal seien und wies damit eine Beschwerde Pekings gegen ein früheres - gleichlautendes - Urteil ab.
China müsse die Exportzölle und -quoten "in Übereinstimmung bringen mit seinen WTO-Pflichten", erklärte die Berufungsinstanz der Organisation. Darauf pochte die EU, die gemeinsam mit den USA und Mexiko die Klage eingereicht hatte, bereits seit längerem. So prangerte EU-Handelskommissar Karel De Gucht den "monopolistischen Zugriff" der Chinesen auf Rohstoffe an.
Das jüngste WTO-Urteil nährt die Hoffnungen vor allem der High-Tech-Industrie, dass Peking in naher Zukunft auch die Restriktionen beim Handel mit sogenannten Seltenen Erden aufheben muss - auch wenn dies nicht Gegenstand des Verfahrens war. Immerhin ist China der bei weitem größte Produzent der Seltenen Erden, die etwa zur Herstellung von Handys benötigt werden. Auch da hat das Land Ausfuhrquoten verhängt und verweist darauf, dass es die Einschränkungen brauche, um die begrenzten Vorkommen sowie die Umwelt zu schonen.
Abhängigkeit der Europäer von Importen
Wie auch immer dieses Ringen ausgeht - ähnlich wie im Falle von Erdgaslieferungen aus Russland bereitet die Abhängigkeit bei der Beschaffung anderer Rohstoffe den Europäern ebenfalls wachsendes Unbehagen. Bei einigen Ressourcen betrage die Importabhängigkeit der Union sogar hundert Prozent, erklärt die EU-Kommission. Die Brüsseler Behörde hat seit 2008 eine Liste von 14 derartigen "kritischen Rohstoffen" angefertigt. Darauf finden sich unter anderem Beryllium, Kobalt, Graphit, Magnesium und Wolfram.