Frankfurt.

Für die Europäische Zentralbank ist das komplizierter. Weil sie keine Staatsfinanzierung betreiben darf, muss das Geschäft über fünf Ecken ablaufen. Bisher funktionierte der Geldzirkel so: Griechenland hat zur Finanzierung seiner Schulden Staatsanleihen ausgegeben, die großteils von Banken oder Versicherungen gekauft wurden. Seit Ausbruch der Schuldenkrise sind diese Papiere weiter unter ihren ursprünglichen Nennwert gefallen. Die EZB hat im Mai 2010 begonnen, diese Anleihen aus zweiter Hand aufzukaufen: Gemunkelt wird, dass griechische Papiere im Wert von rund 45 Milliarden Euro mit durchschnittlich 25 Prozent Abschlag gekauft wurden.
Zugleich erleichtert die EZB Euroländern wie Italien und Spanien die Kreditaufnahme, indem sie neue Staatsanleihenkäufe begünstigt: Die Zentralbank stellt den Banken nämlich über zwei Megaoperationen unbegrenzt günstige Drei-Jahres-Kredite zur Verfügung. Im Dezember 2011 wurde fast eine halbe Billion Euro abgerufen. Bei der zweiten (und vorerst letzten) Zuteilung am 29. Februar 2012 könnten die Banken sogar zwei bis drei Billionen Euro abrufen, erwarten Experten.
Ein weiterer Anlass für die Geldschwemme: Die EZB ortet zwar eine Stabilisierung der Wirtschaftsentwicklung auf niedrigem Niveau, befürchtet aber eine Kreditklemme. In einigen Ländern wie Italien und Spanien sei die Finanzierungssituation für die Unternehmen Ende 2011 schwieriger geworden, warnte EZB-Präsident Mario Draghi.
Auch Irland will profitieren
Deshalb hat die EZB die Geldschleusen geöffnet - wovon auch die Staaten profitieren. Seit dem Megakredit an die Banken sind die Zinsen, die Italien und Spanien für ihre Schulden zahlen müssen, deutlich gesunken. Eine Dauerlösung ist das aber nicht.
Jetzt könnte das Schulden-Ringelspiel komplettiert werden, um Griechenland zu helfen. Verzichten die Zentralbank (und die Nationalbanken des Eurosystems) auf die Gewinnspanne zwischen dem Nennwert der Anleihen und dem Ankaufspreis, würde das den Schuldenstand Athens um gut 11 Milliarden Euro senken.