• Artikel vom 09.02.2012, 18:09 Uhr

International

Update: 10.02.2012, 21:19 Uhr
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Griechenland verliert deutsche Urlaubsgäste


  • Deutsche zieht es kaum nach Hellas, in Österreich ist das Reiseziel weiter beliebt.

Brennende deutsche Flagge in Athen schreckt Touristen ab. - © EPA

Brennende deutsche Flagge in Athen schreckt Touristen ab. © EPA

Wien. (sf) Streiks und die Staatsschuldenkrise in Griechenland haben den Deutschen die Lust an einem Urlaub in dem Land offenbar verdorben. Immer weniger Deutsche zieht es in ihrem Haupturlaub in das hochverschuldete Land am Mittelmeer: Nur mehr zwei Prozent der Deutschen reisten im Vorjahr mindestens fünf Tage am Stück nach Hellas. Damit hat sich der Anteil innerhalb von zwei Jahren um rund ein Drittel verringert, wie aus einer Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen gemeinsam mit der Fachhochschule Salzburg hervorgeht. Befragt nach den Reiseplänen für 2012, stürzt Griechenland noch weiter ab und taucht nicht mehr unter den sieben beliebtesten Ländern der 4000 befragten Deutschen auf. Bilder wie die brennende schwarz-rot-goldene Flagge in Athen werden wahrscheinlich weitere Deutsche von einer Reise nach Griechenland abhalten.

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Die Österreicher hingegen bleiben den Griechen als Urlauber treu: Rund sechs Prozent führte ihre Haupturlaubsreise im Vorjahr nach Griechenland, der Anteil ist nur leicht gegenüber 2010 gesunken. Heuer planen 5,4 Prozent der 1000 befragten Österreicher fix eine Reise nach Hellas, damit liegt das Land an sechster Stelle der Urlaubsziele. Die Liste führt wie in den vergangenen Jahren Österreich vor Italien, Kroatien und der Türkei an, die bei der Beliebtheit kräftig zulegt.

Verbrauchervertrauen in Europa ist gesunken
Die Diskussion um Staatsschulden wirkt sich in Österreich auf die Urlaubsabsichten aus: 30 Prozent wissen noch nicht, ob sie heuer wenigstens für fünf Tage verreisen. "Die Unsicherheit bei den Urlaubsplänen war noch selten so hoch wie heuer", sagt Reinhold Popp von der FH Salzburg.

46 Prozent der Österreicher haben 2011 einen Urlaub von zumindest fünf Tagen gemacht - ein Rückgang von zwei Prozentpunkten gegenüber 2010. Finanzielle Aspekte sind der Hauptgrund dafür, dass rund jeder zweite Österreicher nicht länger verreist. "Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist in den Urlaubskassen angekommen", sagt Popp. Der Anteil der Geringverdiener mit monatlich unter 1500 Euro Haushaltsnettoeinkommen, die wegfahren, ist von 34 auf 23 Prozent gesunken. Bei den Besserverdienern mit mehr als 3600 Euro Haushaltseinkommen ist der Anteil der Reisenden hingegen um zwei Prozentpunkte auf 63 Prozent gestiegen.

Die Euro-Krise drückt auch das Verbrauchervertrauen in Europa, wie der Marktforscher Nielsen erhoben hat. In 24 von 27 Ländern Europas sank das Vertrauen im vierten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorquartal. In Deutschland blieb das Verbrauchervertrauen gegenüber dem Vorquartal stabil.

In der Schweiz und in Österreich sank der Index hingegen deutlich. "Anders als in Deutschland scheinen die Konsumenten in Österreich eine deutlichere Verschlechterung am Arbeitsmarkt zu befürchten, während das starke soziale System die Einschätzung der persönlichen finanziellen Lage sehr stabil hält", sagt Petra Kacnik von Nielsen.

"In Griechenland investiert im Moment keiner"
Griechenland kann vorerst nicht auf deutsche Investitionen hoffen. "Im Moment investiert dort erst mal keiner weiter, weil niemand weiß, ob der Euro bleibt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, am Donnerstag in Berlin. Dazu geselle sich ein "völliger Vertrauensverlust in die Strukturen des Staates".




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2012-02-09 18:14:10
Letzte Änderung am 2012-02-10 21:19:43


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