Budapest/Wien. (reu) Die Situation für Österreichs Banken in Ungarn spitzt sich weiter zu. Nach der von der Regierung verordneten Umschuldung von Fremdwährungskrediten von Privatpersonen - die die Banken viele Millionen Euro kostet - sollen nun offenbar auch die Gemeinden entschuldet werden.
Man werde diesbezügliche Gespräche aufnehmen, kündigte der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei Fidesz, Janos Lazar, am Freitag an. Vor allem kleinere und mittelgroße Städte könnten ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen, so Lazar. Es wäre im Interesse aller Parteien, eine Lösung zu finden. Ein Maßnahmenpaket wie jenes zur Umschuldung der Privatpersonen schließt die Fidesz-Partei aus. Lazar will aber zwischen Gemeinden, die sich explizit über österreichische Banken beschwert hätten, und den Kreditinstituten vermitteln. "Es wäre ein großartiger Fortschritt, wenn wir 2012 eine sinnvolle Lösung finden", meint der Politiker.
Die ungarischen Gemeinden sitzen auf einem Schuldenberg von umgerechnet mehr als vier Milliarden Euro. Die Aktien der in Ungarn besonders aktiven Institute Erste Group und Raiffeisen Bank International verloren am Freitag an der Wiener Börse rund sieben beziehungsweise vier Prozent an Wert.