Für den Investor sprach dem Vernehmen nach vor allem, dass er versprochen hat, alle 25.000 Jobs zu sichern. Nach bisherigen Plänen soll der Investor schon bis Mittwoch den Kaufvertrag für die Übernahme der bundesweit 120 Läden unterschreiben.
Damit sind die Konkurrenten im monatelangen Bieterwettstreit, der deutsch-skandinavische Finanzinvestor Triton und das Karstadt-Vermieterkonsortium Highstreet, aus dem Rennen. Auch Wettbewerber Metro, der nur an einzelnen Standorten interessiert war, muss seine Pläne für eine Warenhausallianz aus Karstadt und Kaufhof nun begraben.
Nicolas Berggruen ist der Sohn des verstorbenen Kunstmäzens Heinz Berggruen. Sein Unternehmen investiert weltweit vor allem in Beteiligungen und Immobilien. Der jugendlich wirkende Junggeselle (Vermögen laut "Forbes"-Liste 1,8 Milliarden Dollar) hat schon für manche Überraschung gesorgt. 2007 übernahm er ohne langen Vorlauf Teile des insolventen Möbelriesen Schieder mit 3500 Mitarbeitern. "Wenn jetzt der Eindruck entsteht, hier will ein Überflieger das schnelle Geld machen, so ist der falsch", meinte er kürzlich in der "Berliner Morgenpost".
Zu Berlin mit seinen zahlreichen Karstadt-Filialen hat der Finanzmanager eine besondere Beziehung: Sein Vater wurde hier geboren und musste 1936 vor den Nazis fliehen. Als eine "Geste der Versöhnung" überließ Heinz Berggruen der Geburtsstadt später seine einzigartige Kunstsammlung für einen symbolischen Preis. (APA/AFP/apn/dpa/red)