Rüsselsheim. (reu/dpa/sf) Die Mitarbeiter von Opel müssen erneut zittern. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) will auf die schweren Verluste und die Absatzkrise in Südeuropa mit Werksschließungen reagieren. Dabei gelten Bochum in Deutschland und Ellesmere Port in England als gefährdet, sagten mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Im Opel-Werk in der spanischen Stadt Figueruelas sollen zudem bis 2014 rund 900 von 7000 Arbeitsplätzen gestrichen werden.
Der Opel-Aufsichtsrat werde sich am kommenden Mittwoch mit einem Geschäftsplan befassen, der wohl die Schließung zweier Werke und damit die Senkung der Produktionskapazitäten um 30 Prozent vorsehe. Der Opel-Betriebsrat hält die durchgesickerten Pläne für eine Drohgebärde des Managements: "Das sind doch allzu durchsichtige Spekulationen", so Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug.
"GM hat wiederholt erklärt, dass es angesichts von Überkapazitäten von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr zwei Werke zu viel gebe", sagte ein Aufsichtsratsmitglied aus dem Arbeitnehmerlager.
"Das Geschäft in Europa ist für die gesamte Branche ziemlich schwierig, eine Besserung ist nicht in Sicht. Es geht nicht so sehr darum, was wir oder die Gewerkschaften wollen - es ist das Umfeld, das uns zwingt", erklärte ein Vertreter des Unternehmens. GM will Opel daneben noch mit einer Allianz mit der französischen Peugeot in die Gewinnzone zurückführen. Das erste gemeinsam entwickelte Fahrzeug soll 2016 auf den Markt kommen.
Eine Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) an der Uni Duisburg-Essen erwartet aufgrund sinkender Verkäufe heuer die größte Krise seit Mitte der 90er Jahre für Europas Automarkt. "2012 wird das schlechteste Jahr in Europa seit 18 Jahren", so Direktor Ferdinand Dudenhöffer.