New York. (dpa/reu/sf) Die Kartellklage des US-Justizministeriums gegen Apple und fünf Verlage wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprachen bei E-Books könnte den Buchmarkt aufmischen. Der Onlinehändler und Apple-Rivale Amazon kündigte an, die Preise für viele E-Books so bald wie möglich zu senken.
Drei Verlage im Visier der Kartellhüter - Hachette Livre, Harper Collins sowie Simon & Schuster - gingen einen Vergleich ein, in dem sie sich dazu verpflichteten, die Preise für E-Books freizugeben. Apple sowie die Verlage Macmillan und Penguin wollen sich dem Druck jedoch nicht beugen und kämpfen für ihr Preismodell.
Apples Preismodell im Fokus
Zum Start von Apples E-Book-Plattform im Frühjahr 2010 wechselten die Verlage zu einem Modell, bei dem sie und nicht die Händler den Preis der E-Books bestimmten. Apple bekommt 30 Prozent vom Verkaufspreis. "Wir sind der Überzeugung, dass die Kunden als Folge dieser Vereinbarung für populäre Titel Millionen Dollar zu viel gezahlt haben", sagte US-Justizminister Eric Holder. Zuvor hatte Amazon populäre Titel - zum Missfallen der Verlage - für 9,99 Dollar (7,60 Euro) angeboten. Nach Apples Markteinstieg musste Amazon die Konditionen mit den Verlegern neu aushandeln und E-Books verteuerten sich auf 12,99 oder 14,99 Dollar.
Ermittlungen auch in der EU
Nun sorgen sich Verlage, dass Konsumenten bei einer Preissenkung infolge der Klage noch schneller zu E-Books wechseln. Die deutlich höheren Preise für gedruckte Bücher dürften dann kaum noch zu halten sein.
Auch die EU-Kommission ermittelt seit Dezember gegen Apple und dieselben fünf Verlage wegen des Verdachts auf Preisabsprachen. Die Wettbewerbshüter teilten mit, von den Konzernen Vorschläge für Verpflichtungszusagen erhalten zu haben.