Wien. (hdt/reu) Der Öl- und Gaskonzern OMV hat zu Jahresbeginn dank der Rückkehr nach Libyen und eines höheren Ölpreises mehr verdient. Der um Lagereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Clean CCS-Ebit) stieg im ersten Quartal um neun Prozent auf 800 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. "2012 hat für uns sehr gut begonnen", resümierte Firmenchef Gerhard Roiss in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.
Zudem profitierten die Österreicher vom strengen Winter in Osteuropa mit außergewöhnlich niedrigen Temperaturen und höherer Erdgasnachfrage: Die rumänische Tochter Petrom sorgte bereits für gut die Hälfte des Konzerngewinns.
Der weitaus größte Teil des Gewinns stammt aus dem Geschäft mit der Erschließung und Förderung von Öl und Gas. Neben dem um rund zwölf Prozent höheren Ölpreis spielte OMV hier zu Jahresbeginn die sukzessive Rückkehr ins bürgerkriegsgebeutelte Libyen in die Hände, durch die die Produktion im Vergleich zum Vorquartal im Gesamtkonzern um gut drei Prozent stieg. Ende April förderte OMV in Libyen mit rund 28.000 Fass pro Tag zwar rasch wieder rund 85 Prozent der Vorkrisen-Menge, "die angestrebte weitere Steigerung bleibt aber angesichts der immer noch verbesserungsbedürftigen Sicherheitslage "eine Herausforderung".
Im Tankstellen- und Raffineriegeschäft, von dem sich die OMV teilweise trennen will, verbuchte das Unternehmen einen bereinigten Betriebsverlust (Clean CCS Ebit) von 30 Millionen Euro.
Verkürzte "Nabucco-West"
Für die Pläne zur Errichtung der Pipeline Nabucco, die Gas aus Aserbaidschan nach Österreich befördern soll, zeigte sich Roiss weiter optimistisch. Das Konsortium konzentriere sich nun auf den westlichen Bereich, der im Anschluss an die geplante aserbeidschanisch-türkische Tanap-Pipeline die türkisch-bulgarische Grenze mit Österreich verbinden soll. Dass die ungarische MOL aus dem Konsortium ausscheidet, glaubt Roiss nicht.