Wien. (kle) Unternehmensanleihen finden derzeit reißenden Absatz. Das Vertrauen der Anleger in größere österreichische Firmen ist trotz Konjunkturflaute offensichtlich ungebrochen.
"Wir steuern auf ein ausgesprochen gutes Anleihe-Jahr hin", sagt Dieter Hengl, der als Bank-Austria-Vorstand fürs Firmenkunden- und Investmentbanking-Geschäft zuständig ist. Heuer seien bereits Anleihen österreichischer Emittenten im Volumen von 1,2 Milliarden Euro begeben worden, um zwei Drittel mehr als im Vergleichszeitraum 2011.
Erst vor wenigen Tagen hat der österreichische Bauriese Strabag einen 100 Millionen Euro schweren Bond am Markt platziert. Laut Bank Austria - sie hatte die Emission federführend betreut - war die mit 4,25 Prozent verzinste Anleihe binnen drei Stunden mehr als vierfach überzeichnet. Vor allem private Investoren hätten die Nachfrage nach dem Papier dominiert.
Vor der Strabag hatten im heurigen Jahr bereits mehrere heimische Unternehmen über eine Anleihe den Kapitalmarkt angezapft - darunter etwa der Autozulieferer Miba (75 Millionen Euro), der Motorradhersteller KTM (85 Millionen) und der Baukonzern Alpine (100 Millionen).
Immofinanz plant Anleihe
Nun scharren weitere Unternehmen in den Startlöchern. So plant der Verpackungshersteller Constantia Flexibles (früher Constantia Packaging) eine Anleihe von bis zu 150 Millionen Euro. Auch der Immobilien-Konzern Immofinanz will voraussichtlich noch vor dem Sommer mit dem Verkauf eines fünfjährigen Bonds Geld einsammeln - 150 bis 200 Millionen Euro, wie er ankündigte.