Rüsselsheim/Wien. (hdt) Harten Fragen der zunehmend nervöser werdenden Belegschaft muss sich Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke am Montag bei einer Betriebsversammlung im Stammwerk Rüsselsheim der deutschen GM-Tochter stellen: Gerüchte über die Verlegung der Entwicklung - und möglicherweise später sogar auch der Produktion - des Familien-Vans Zafira nach Frankreich zum neuen Allianzpartner PSA Peugeot/Citroën schlugen ein wie eine Bombe.
Nach der großen Krise 2009 und schmerzhaften Einschnitten ist beim deutschen Autobauer wieder alles in der Schwebe. Der europäische Automarkt - wo Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall immer noch den Großteil ihrer Wagen verkaufen - lahmt. Nach den Zahlen des Branchenverbandes ACEA fielen ihre Verkäufe im ersten Quartal um mehr als 16 Prozent. Branchenweit lag der Rückgang nur halb so hoch, der Opel-Erzrivale VW blieb sogar nahezu stabil.
Seit auch das Rüsselsheimer Entwicklungszentrum offenbar nicht mehr von drastischen Kostensenkungsmaßnahmen gefeit scheint, spukt auch das Schreckgespenst einer Werksschließung in Bochum wieder durch die Hallen,
Das Opel Motoren- und Getriebewerk in Wien-Aspern will der Krise seines Mutterhauses zum Trotz seine Stammbelegschaft halten, muss aber hundert seiner etwa 230 Leiharbeiter abbauen, hieß es zuletzt. Man werde 2012 nicht mehr die Produktionsstückzahlen des Vorjahres - rund 1,4 Millionen Motoren und Getriebe nach noch 1,55 Millionen Stück im Jahr 2010 - erreichen.