• vom 09.05.2011, 18:36 Uhr

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Der Social Impact Award findet heuer zum dritten Mal statt - durchgerechnete Ideen, die die Welt verändern

Ein Startkapital für Sozialprojekte


Von Konstanze Walther

  • WU koordiniert finanzielle Hilfe für außergewöhnliche Gründungsideen.
  • Ziel: Die Welt mit kleinen Schritten zu verbessern.
  • Wien. Der Wettlauf zur Weltverbesserung geht in Wien gerade wieder in die Zielgerade. Denn die Wiener Wirtschaftsuniversität WU hat die Shortlist der Projekte fertiggestellt. Von 84 Projekten sind 14 Ideen in die zweite Runde gekommen. Fünfmal gibt es 4000 Euro für die Gewinner, die nun in den nächsten drei Wochen noch einmal evaluiert werden. Diese Projekte werden schließlich auch umgesetzt - mit Venture Capital für den Sozialbereich.

Die Rede ist von den "Social Impact Awards", die das WU-Institut für "Entrepreneurship und Innovation" organisiert und koordiniert. Diese werden heuer zum dritten Mal an studentische Projekte vergeben, die, so sie umgesetzt werden, eine gesellschaftliche Mission erfüllen. Das kann sowohl soziale als auch ökologische Schwerpunkte setzen. Vor drei Jahren gewann das "Project-E": Ein Ausbildungsprogramm für mittellose äthiopische Mädchen zu Büroassistentinnen. Die Brüder Wenzel und Moritz Waldstein waren dankbar für die zusätzliche Unterstützung seitens der WU Wien, bei einem Projekt, dass sie ohnedies geplant hatten.

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Das Jahr darauf, 2010, gab es schon vier Preisträger. Ein Projekt kümmert sich um die Kompostierung von organischem Müll auf der griechischen Insel Paros. Ein anderer Gewinner, "Made-in/Made-by" lässt Migrantinnen in Österreich Gewand nähen. Das Projekt eines mobilen Sozialmarkts in Rumänien ist noch immer in der Pilotphase, genauso wie die Idee, solarbetriebene Kühlboxen so umzubauen, dass sie in Senegal als Kühlgeräte für die Medikamentenversorgung dienen.

Risiko belohnen

Wer dieses Jahr gewinnen will, muss mit Ideen überzeugen, "die neu und sinnvoll" sind, erklärt Peter Vandor, wissenschaftlicher Mitarbeiter der WU Wien und Projektkoordinator von "Social Impact".

Es ist übrigens auch keine reine WU-Veranstaltung. Die Bewerber kommen aus verschiedenen Studiengängen - Ethnologie, Internationale Entwicklung, Technische Universität, etc. - und spiegelten anteilsmäßig die gesamte Studentenlandschaft wider. Vandor räumt allerdings ein, dass WU-Studenten bei den Preisträgern "überrepräsentiert" seien, weil deren Projekte "oft sauber ausgearbeitet und gründlich durchdacht sind." Denn der Business-Plan soll nicht nur die Welt punktuell verbessern, sondern den Gründern erlauben, sich mittelfristig ein Gehalt auszuzahlen. "Wenn das im Business-Plan mitbedacht wurde, sehen wir es als Qualitätskriterium", erklärt Vandor. Der Sozialunternehmer solle sich schließlich nicht selbst ausbeuten. Waghalsige Ideen werden belohnt, soweit sie "ernsthaft ausprobiert worden sind."

Am 30. Mai werden die Gewinner 2011 schließlich feststehen. Neben den vier Projekten, die die Jury auswählt, wird dieses Jahr erstmals eine Abstimmung per Internet durchgeführt und so ein fünftes Projekt ermittelt, das die Außenwelt überzeugt. Die Voting-Möglichkeit soll nächste Woche online gehen. Neben dem Scheck erhalten die Gewinner eine Sommer-Mitgliedschaft in "The Hub Vienna", der Drehscheibe für soziale Unternehmerschaft.

Die "Wiener Zeitung" wird an den kommenden Dienstagen die eingereichten Projekte der Shortlist porträtieren.

Stichwort: Social Impact Award

Angefangen hat alles damit, dass der Gründer der Fluglinie Air-Berlin, Joachim Hunold, 2008 den Wiener Schumpeter-Preis verliehen bekommen hat. Der Unternehmer ist dafür bekannt, sein Preisgeld immer zu spenden. Der damalige Laudator war Nikolaus Franke, Direktor des Instituts für Entrepreneurship an der WU. Er sprach über Mut zum Risiko genauso wie über gesellschaftliche Verantwortung. Hunold reichte seinen 15.000-Euro-Scheck gleich an Franke weiter, mit den Worten: "Machen Sie was Vernünftiges daraus."

Nach einem Brainstorming auf dem Institut wurde schließlich der "Social Impact Award" ins Leben gerufen. In der 15-köpfige Jury sitzen neben WU-Professoren auch Joachim Hunold genauso wie die Flüchtlingshelferin Ute Bock.

Ziel des Wettbewerbs ist es, junge soziale Unternehmer in ihren ersten Schritten zu unterstützen.

www.socialimpactaward.at



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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-05-09 18:36:14
Letzte Änderung am 2011-05-09 18:36:00


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