• vom 01.06.2012, 14:42 Uhr

International

Update: 01.06.2012, 16:17 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



US-Ökonomen schlagen deutschen Austritt aus Gemeinschaftswährung vor

D-Mark soll den Euro retten


Von mei

  • Gegenwärtiger Wettbewerbsnachteil zermürbt nach Ansicht der Experten die Länder der Peripherie.

Frankfurt. "Grexit", der lange tabuisierte mögliche Austritt Griechenlands aus der Eurozone, ist zum Gegenstand der öffentlichen Debatte geworden. Während sich Politiker und Wissenschafter in Europa noch den Kopf darüber zerbrechen, welche Folgen ein derartiges Szenario für die Gemeinschaftswährung hätte, lassen zwei amerikanische Wirtschaftsexperten aufhorchen: Nicht Griechenland müsse aus der Eurozone austreten, sondern Deutschland.

Kann Deutschland die Eurozone retten, indem es austritt? Unter diesem Titel spielen der Autor Clyde Prestowitz, Präsident des Economic Strategy Institute, und John Prout, ehemaliger Manager der Credit Commercial, auf einem Beitrag auf CNN ihr unkonventionelles Szenario durch. Hintergrund dieses Gedankenspiels ist die Tatsache, dass Deutschland wettbewerbsfähig ist. Oder, um genauer zu sein, zu wettbewerbsfähig für die Eurozone, also den Wettbewerb zum Nachteil der restlichen Eurogruppe verzerrt.

"Das Problem ist nicht die Schwäche der Peripherie, sondern die außergewöhnliche Wettbewerbsstärke Deutschlands", schreiben die Autoren. Weil der Euro die durchschnittliche Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone wiederspiegelt, Deutschland aber über diesem Durchschnitt liege, ist die Gemeinschaftswährung aus deutscher Sicht unterbewertet, glauben Prestowitz und Prout.

Die einzige Möglichkeit für die Länder der Euro-Peripherie sei, deutscher zu werden, also durch Sparmaßnahmen und Lohnkürzungen die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Das Ziel dieser Bemühungen, die bereits seit zwei Jahren durchgeführt werden, sei exportorientierter Wachstum. Das Problem daran bestehe laut den Autoren aber darin, dass Deutschland aus Gründen des Erhalts der eigenen Wettbewerbsfähigkeit nicht den Willen hat, die Binnennachfrage nach Exportgütern der Eurozone zu stärken. Die Eurozonen-Partner konnten ihre Exporte nicht erhöhen", fassen die Autoren dieses Dilemma zusammen. Auch sei ungewiss, ob die verschuldeten Länder ihre Austeritätsprogramme solange durchziehen können, bis "deutsches" Niveau erreicht ist. Denn der politische und soziale Zusammenhalt stehe längst auf der Kippe.

Für die Autoren liege die logische Schlussfolgerung aus diesen Umständen auf der Hand: "Die Alternative für Deutschland ist, zur Deutschen Mark zurückzukehren. Das würe unmittelbar in eine Aufwertung der deutschen Währung und für die verbleibenden Länder der Eurozone zu einer Abwertung des Euro führen. Deutschland würde mehr kaufen und weniger verkaufen." Und so könnte die Hinwendung der Eurozone zur Exportorientierung tatsächlich Früchte tragen, glauben die Autoren.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-01 15:09:29
Letzte Änderung am 2012-06-01 16:17:54


Beliebte Inhalte



An der Existenz des Bauriesen hängen Tausende Jobs. Die Alpine selbst beschäftigt rund 15.000 Mitarbeiter (zu gleichen Teilen im In- und Ausland). - APAweb/BARBARA GINDL
  • Geschäftsführung strebt Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an
  • weiter

  • EU-Beitritt am 1. Juli trifft Kroatien in der Rezession - Geldgeber gesucht.
  • weiter

Der Alpine-Konzern kämpft erneut ums Überleben. - apa/Gindl
  • Bedingung: Neue Kapitalspritze durch FCC und Beteiligung der Anleihegläubiger.
  • weiter

Der letzte Auftritt: EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure (l.) und OeNB-Vizegouverneur Wolfgang Duchatczek am Montag, 22. April 2013, anl. der Vorstellung des neuen 5-Euro-Scheines in der Nationalbank in Wien. - APA/HERBERT NEUBAUER
  • Anwälte Duchatczeks: Suspendierung durch Notenbankgesetz nicht gedeckt.
  • weiter

  • Langsameres Wachstum in Schwellenländern zeigt Auswirkungen.
  • weiter

  • Von der Gläubiger-Verantwortung und der Schuld der Kreditnehmer. Ein Essay.
  • weiter

Die OECD sieht einen ökonomische Mehrwert der Migration. - © ThorstenSchmitt - Fotolia.com
  • EU-Kommission: Europa soll für qualifizierte Arbeiter attraktiver werden.
  • weiter

Gekommen, um wieder zu gehen: Gottwald Kranebitter will Hypo Alpe Adria verlassen. - apa/Techt
  • Fimbag soll aufgewertet werden und "Bad Bank" steuern.
  • ÖVP will Fekter nicht mehr in nächster Regierung haben - Hoffen auf Brüssel.
  • weiter

Die Österreicher halten sich beim Neuwagenkauf zurück. - APAweb / APA, Barbara Gindl
  • Mehr Motorräder zugelassen.
  • weiter

Finanzministerin Fekter will bei der Staatshypo kreativere Lösungen als eine Bad Bank. - apa/Jäger
  • Verzicht auf Bad Bank kostete halbe Milliarde - die Vorteile der "Mülldeponie".
  • weiter




Werbung



Quiz



Ein Fahrrad an einer Kreuzung mitten im 9. Bezirk war der etwas ungewöhnliche Rastplatz für ein Bienenvolk.

Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt. 18.6.2013: Heute herrscht in Österreich wieder Badewetter: Über 35 Grad Celsius werden erwartet.

Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück. Ein frömmelnder Heuchler schleicht sich in das Vertrauen eines alten Patriarchen und versucht, sich alles anzueignen, was diesem teuer ist: Frau, Haus und Tochter. Abgespielt hatte sich das Ganze in der Wohnküche eines Landhauses, auf den Brettern des Akademietheaters. Im Bild: Gert Voss (r.) als "Orgon", Edith Clever (m.) als "Dorine" und Adina Vetter als "Marianne".

Werbung