• vom 04.06.2012, 18:09 Uhr

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Update: 04.06.2012, 19:39 Uhr
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Interessenten für Schlecker Österreich müssen viel Geld aufbringen

Ausverkauf bei Schlecker


Von Kid Möchel

  • Am Dienstag tagen die Gläubiger in Ulm, indes haben Schlecker-Kinder großes Vermögen.

Proteste der Schlecker-Belegschaft und Gewerkschaft konnten Aus nicht verhindern. - © dapd

Proteste der Schlecker-Belegschaft und Gewerkschaft konnten Aus nicht verhindern. © dapd

Ulm/Pucking. Die Liquidation des bankrotten Drogerieartikel-Diskonters Schlecker mit seinen 2800 Filialen in Deutschland - 2200 Läden wurden bereits zugesperrt - wird am Dienstag auf der Gläubigerversammlung in Ulm ein zentrales Thema sein. Denn neben der Geschäftsauflösung, sprich dem Warenabverkauf, den Vertragskündigungen und der Auflösung der Mietverhältnisse, gilt es für den Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz noch verschiedene Auslandstöchter schnellstmöglich an den Mann zu bringen.

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Die Filialnetze in Tschechien und Frankreich sind schon verkauft, 490 Filialen von "Ihr Platz" und 342 Schlecker-XL-Standorte gehen an den deutschen Investor Dubag. 5100 Mitarbeiter werden unter der Marke "Ihr Platz" 832 Filialen schupfen. Dubag muss sich dabei mit den Mitbewerbern dm und Rossmann matchen.

Hohe "Betriebskosten"
Zum Verkauf stehen auch die 930 Schlecker-Standorte in Österreich, in denen 3000 Mitarbeiter beschäftigt werden. Laut Klaus Lughofer, Firmenanwalt von Schlecker Österreich, will Verwalter Geiwitz diese und nächste Woche mit möglichen Kauf-Interessenten für das Österreich-Filialnetz (432 Millionen Euro Umsatz) konferieren. Bisher soll nach Informationen von Insidern Geiwitz vorwiegend telefonisch und per E-Mail kontaktiert worden sein. Jetzt müssen die potenziellen Investoren aber ihre Konzepte präsentieren, die vor allem auch an der Fortbetriebsfinanzierung gemessen werden.

Denn allein für die Bezahlung der 3000 Schlecker-Mitarbeiter sind jährlich 101 Millionen Euro aufzubringen, dazu kommen mehr als 31 Millionen Euro pro Jahr für Miet-, Pacht- und Leasingverträge. Rund 256 Millionen Euro gab Schlecker 2010 für den Wareneinkauf aus.

Indes sind, wie berichtet, die Vermögenswerte von Schlecker Österreich mittlerweile zusammengeschrumpft. Die Marke ist de facto wertlos. Die Miet- und Bestandsverträge stellen einen gewissen Wert dar, aber der größte Vermögensteil soll das Warenlager sein, sofern es nicht mit Pfandrechten und Eigentumsvorbehalten der Lieferanten besichert ist. In der Bilanz 2010 wurde das Warenlager mit einem Buchwert von 56,33 Millionen Euro ausgewiesen, aber im Zuge der Schlecker-Krise dürfte das Lager kleiner geworden sein. Und der Bewertungsabschlag könnte bei rund 50 Prozent betragen.

Sattes Privatvermögen
Wie die "Wiener Zeitung" berichtete, sind die Betriebsliegenschaften in Pucking (Oberösterreich), Pöchlarn (Niederösterreich) und Gröbming (Steiermark) Mitte Jänner bzw. Ende Februar 2012 von den Schlecker-Kindern Meike und Lars Schlecker gekauft worden.

Interessant ist dieser Kauf deshalb, weil laut "Handelsblatt" die Schlecker-Kinder über ein Vermögen in Höhe von 35 bis 40 Millionen Euro verfügen sollen; die Privatvilla gehört ihrer Mutter, nur Vater Anton soll mittellos sein.

So drängt sich die Frage auf, wann Meike und Lars Schlecker zu diesem Vermögen gekommen sind. Sollte die Vermögensanhäufung zeitlich kurz vor der Insolvenz stattgefunden haben, muss Insolvenzverwalter Geiwitz prüfen, ob er eine rechtliche Handhabe hat, auf dieses Privatvermögen der Familie Schlecker zuzugreifen. Aus diesem Privat-Topf wollte Geiwitz zuletzt noch einen Sanierungszuschuss von bis zu neun Millionen Euro, um mehr Zeit für den Verkauf von Schlecker Deutschland zu gewinnen. Die Familie Schlecker soll laut Magazin "Der Spiegel" dieses Ansinnen aber abgelehnt haben.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-04 18:15:26
Letzte Änderung am 2012-06-04 19:39:05


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