• vom 19.06.2012, 09:26 Uhr

International

Update: 19.06.2012, 09:30 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



G-20-Gipfel belässt es bei Absichtserklärung

Wenig Entgegenkommen für Eurozone


Von Martin Romanczyk/dpa

  • Kein Treffen zwischen Obama und Regierungschefs aus Europa.

Für die Kamera wurde gelächelt: US-Präsident Barack Obama (Mitte) mit Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) und der australischen Premierministerin Julia Gallard. - APAweb / EPA

Für die Kamera wurde gelächelt: US-Präsident Barack Obama (Mitte) mit Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) und der australischen Premierministerin Julia Gallard. APAweb / EPA

Los Cabos. Europa kann im Kampf gegen die Schuldenkrise auf wenig zählbare Hilfe der globalen Partner hoffen. Die führenden Volkswirtschaften der Erde (G-20) sehen die Eurozone zu allererst selbst in der Pflicht, die Finanzmärkte zu beruhigen, Vertrauen zurückzugewinnen und Wachstum zu schaffen. Eines der wichtigsten Treffen zur Euro-Schuldenkrise wurde kurzfristig abgesagt.

Anders als geplant kamen US-Präsident Barack Obama und die europäischen Gipfelteilnehmer am späten Montagabend (Ortszeit) nicht wie verabredet zusammen. Zur Begründung hieß es, es gebe keinen Gesprächsbedarf mehr. Aus US-Regierungskreisen hieß es, das Abendessen habe lange gedauert, "so dass wir das Treffen mit der Euro-Zone abgesagt haben". Der Präsident habe die Gelegenheit für weitere Treffen am Rande des Gipfels.

Kein Schulterschluss
Grundsätzlich hatte der Gipfel das Problem, zumindest die grobe Linie in der Euro-Schuldenkrise abzustecken. Die Gruppe der 20 (G-20) suchte vergeblich den Schulterschluss - stattdessen gab es beim zweitägigen Gipfel der Staats- und Regierungschefs in mexikanischen Badeort Los Cabos offen ausgetragenen Streit. Die Abschlusserklärung, die am Dienstag verabschiedet werden sollte, ging über die meist bekannten Absichtserklärungen kaum hinaus.

Die Staaten der Eurozone sagten zu, sich weiter anzustrengen. Im Entwurf der Abschlusserklärung, der der Deutschen Presse-Agentur dpa vorlag, versicherte sie, alles nur Nötige zu tun, um ihre Finanzen wieder in Ordnung zu bringen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen
Zum Auftakt des Treffens an der Pazifikküste gab es gegenseitige Schuldzuweisungen. Die USA, China, Indien und Südkorea zeigten sich tief beunruhigt, dass die Schuldenkrise weiter schwelt und schlimmstenfalls die Weltwirtschaft bedroht. Bei allem Verständnis für die Lage der Europäer überwogen kritische Töne.

Stellvertretend rief Südkoreas Präsident Lee Myung Bak zu einschneidenden Reformen in Europa auf. Sie seien die einzige Lösung für die Schuldenprobleme - egal, wie schmerzhaft oder unpopulär sie auch seien, sagte er. Das Finanzsystem der Eurozone müsse von Grund auf überholt werden, um Gefahren für die Weltwirtschaft zu eliminieren. Im Ton konziliant, aber in der Sache hart gaben sich auch US-Präsident Barack Obama, Chinas Staatschef Hu Jintao und Indiens Premier Manmohan Singh.

Merkel verteidigt Europa
Einseitige Schuldzuweisungen wies die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel entschieden zurück. Die Schuldenkrise sei eben nicht allein Problem der Europäer, auch andere Wirtschaftsmächte stünden in der Pflicht, sagte sie. "Hier wird jeder Kontinent seinen Beitrag leisten müssen."




Schlagwörter

G-20-Gipfel

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-19 09:24:27
Letzte Änderung am 2012-06-19 09:30:02


Beliebte Inhalte



Roman Leitner ist Honorarprofessor für Finanzstrafrecht an der Universität Graz, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und geschäftsführender Gesellschafter der in Österreich, Schweiz, Mittel- und Osteuropa tätigen LeitnerLeitner GmbH. Er ist dort auf die Beratung in Steuerstrafangelegenheiten spezialisiert. - LeitnerLeitner
  • Welle an Selbstanzeigen in Österreich und Deutschland.
  • weiter

Simpler Schotter oder gefährliche Preistreiber? Der Berg der Kleinstmünzen wird die Experten noch eine Zeitlang beschäftigen. - dpa/Boris Rössler
  • Abschaffung der kleinsten Cent-Münzen lassen Verbraucherschützer hellhörig werden.
  • weiter

  • FCC pocht angeblich auf neue Kredite und auf Haftungen der Republik.
  • weiter

Die Schlupflöcher werden enger, die sicheren Häfen machen dicht: Kapitalflucht wird schwieriger. - WZ Online
  • Die EU und die OECD wollen "automatischen Informationsaustausch" als Standard.
  • weiter

Ergänzen sich gut als Interessensvertreter der Hotellerie: die Wienerin Michaela Reitterer und der Vorarlberger Gregor Hoch. - M. Hetzmannseder
  • Lehrlinge, Steuern, Online-Vertrieb: ein Anliegen des neuen Präsidentenduos der Hoteliervereinigung.
  • weiter

"Bevor uns das Rohöl ausgeht, geht uns das Wasser aus" , ist Brabeck-Letmathe überzeugt. - dpa
  • Spitzenmanager über Europas Defizite und emotionale Debatten.
  • weiter

Was sagt Karl-Heinz Rummenigge (L)  wohl zu Uli Hoeness (R)? Vielleicht - "Uli, deine Zeit ist abgelaufen". - APAweb/EPA/ANDREAS GEBERT
  • Angeblicher Deal: Freiheitsstrafe auf Bewährung und hohe Strafe
  • weiter

Der Pfad zum Nulldefizit dürfte durch die Kosten für die Hypo versperrt sein. - apa
  • Erst wurden Probleme mit Hypo oder Kommunalkredit auf die lange Bank geschoben, jetzt bricht Hektik aus.
  • weiter

Milliardenloch Banken: Wie viel die Steuerzahler noch nachwerfen müssen, ist offen. - fotolia
  • 4,8 Milliarden für Bankenhilfe könnten sich rasch um 2,5 Milliarden erhöhen.
  • weiter

Notenbank-Direktor Ittner: Seit 2002 erzielt Österreichs Volkswirtschaft Leistungsbilanzüberschüsse.
  • Leistungsbilanz für 2012 weist
  • 5,5 Milliarden Euro Überschuss aus.
  • weiter




Werbung



Quiz



Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung